Archiv für 11.2002
Samstag, 30.11.02
12 Uhr-Position: 29° 48′ 200” N / 013° 52′ 650” W, nördlich Lanzarote
Der Wind bläst weiter die ganze Nacht durch mit über 40 Kn. Gestern Abend hat es uns dann zweimal voll erwischt. Beide Male hat sich so eine Riesenwelle direkt über uns gebrochen und ca. 500 l Wasser ins Cockpit gefüllt. Bis zu den Steckbrettern alles voll Wasser, Fenja und ich bis auf die Knochen nass. Die Wellen haben eine Zuggeschwindigkeit von ca. 11 Kn. Sind wir selbst langsamer als 6,5 Kn bricht sich die Welle direkt über uns. Im Surf die Welle runter erreichen wir die Max-Geschwindigkeit von 13,8 Kn ! Bis auf 2 oder 3 mal macht der Windpilot alles richtig. Am Morgen geht die Windgeschwindigkeit dann auf 25 bis 30 Kn zurück und wir reffen weiter aus, um die Fahrt der Wellen zu halten.
Mein ordentlicher “Strammer Max” zum Frühstück bringt die Besatzung wieder auf Vordermann und lässt den Nachthorror mit Wasser im Schiff, verbranntem Bein, aufgeschlagener Lippe, Teekannen-Verlust und wenig Schlaf vergessen. Morgen Vormittag wollen wir in Las Palmas, Gran Canaria sein!
Geschrieben von: Ernst am 30.11.2002
Freitag, 29.11.02:
12 Uhr-Position: 31° 01′ 625” N / 011° 24′ 186” W
Gestern sind wir um 13:30 aus Safi ausgelaufen. Keiner von uns verspürte Trennungsschmerz. Einzelne Leute sind sehr nett und hilfsbereit – aber die Behörden… Gleich nach dem Auslaufen können wir Segel setzen, Karin und Fenja nehmen noch die Fische aus und ab 16:00 Uhr geht es Schlag auf Schlag. Zuerst das Groß kleiner, dann ganz weg. Danach die Genua Schritt für Schritt kleiner. Seit 18:00 Uhr segeln wir mit 2m² Genua und achterlichen guten 40 Kn Wind zwischen 6 und 8 Kn schnell – und der Windpilot steuert ! Die Wellen sind seither ca. 5m, aber der 5. Mann ganz achtern macht kein Problem. Mehr noch die vielen Fischer, denen wir nachts ausweichen müssen, ohne zu wissen, in welche Richtung die Jungs ihr Netz gerade ziehen (keine Positionslampen). Bei den Ausweichmanövern geht es manchmal quer zu Welle und Wind, was nicht sehr komfortabel ist. Bratkartoffeln und Sardinen müssen schon seit gestern Nachmittag warten. Jochen kommt mit seiner 8-12 Wache in den Genuss eines schönen Sonnenaufgangs, die beiden anderen Wachgänger genießen den Tag heute ab 11 nach Schönheitsschlaf.
Bei meinen Halsschmerzen weiß man nicht genau, ob es besser wird oder man sich daran gewöhnt. Heute Mittag trafen wir uns alle 4 für wenige Minuten zur Weisheits-Ziehung auf Deck und haben prompt einen echten Kawenzmann (locker 6m) übergeschüttet bekommen. Man spricht von Hochhäusern, Jochen von Mittelgebirge – den Mädels fällt außer Kichern dazu nichts mehr ein.
Geschrieben von: Ernst am 29.11.2002
Donnerstag, 28.11.02
12 Uhr-Position: ?
Nach einem schönen windarmen Tag blieb uns gestern Abend um ca. 21.00 der Motor stehen. Mit dem schweren Schiff (alles voll Wasser und Fressalien ) ist der Verbrauch bei Motorfahrt um ca. 2 l/h höher, als anfangs kalkuliert. Wir sind deshalb heute morgen um 09:30 Safi / Marokko angelaufen, um Diesel nachzubunkern. Es ist keine Tankstelle im Hafen und so fahren Jochen, Karin, Fenja mit Kanistern ( ca. 120 l ) in den Ort.
Ich fertige derweil 6 verschiedene Behörden ab, mit jeweils 2-3 Mann – Zoll, Immigration, Wasserschutzpolizei, Landpolizei, Hafenkapitän, Behörde für kommerzielle Schifffahrt (???).
Jeder möchte ein kleines Souvenir. 6 x 2 Mann und der dafür vorgesehene Schapp ist halb leer. Dafür pumpt der Seenotkreuzer, bei dem wir längsseits liegen, seine Bilge leer und legt ‘ne neue satte Ölschicht über das Öl von Gibraltar…
Geschrieben von: Ernst am 28.11.2002
Mittwoch, 27.11.02
12 Uhr-Position: 33° 35′ 156” N / 008° 50′ 339” W
Weisheit des Tages: Unsere Arme und Beine sind voll von schlummernden Erinnerungen…
Schwacher Gegenwind zwingt uns das Diesel-Gedrülle auf. Aber wir nähern uns langsam und stetig dem Ziel: heutiges Etmal 153 SM durchs Wasser – 122 SM über Grund.
Bei gutem Wetter und lauem Seegang konnten wir uns und das Boot entschmutzen, -krümeln, -haaren.
Trotz unserer hawaiianischen Gesänge noch keine Delphine oder Wale, dafür aber EINEN fliegenden Fisch.
Geschrieben von: Ernst am 27.11.2002
Mittwoch, 27.11.02
Mittwoch, 27.11.02:
12 Uhr-Position: 33° 35′ 156” N / 008° 50′ 339” W
Weisheit des Tages: Unsere Arme und Beine sind voll von schlummernden Erinnerungen…
Schwacher Gegenwind zwingt uns das Diesel-Gedrülle auf. Aber wir nähern uns langsam und stetig dem Ziel: heutiges Etmal 153 SM durchs Wasser – 122 SM über Grund.
Bei gutem Wetter und lauem Seegang konnten wir uns und das Boot entschmutzen, -krümeln, -haaren.
Trotz unserer hawaiianischen Gesänge noch keine Delphine oder Wale, dafür aber EINEN fliegenden Fisch.
Geschrieben von: admin am 27.11.2002
Dienstag, 26.11.02
Mittags-Position: 34°51′156″N / 006°45′220″W
Wir ziehen täglich aus Marias Weisheits-Dose unsere persönlichen Sprüche, einer davon wird Spruch des Tages:
“Nicht weil die Dinge unerreichbar sind wagen wir sie nicht – weil wir sie nicht wagen bleiben sie unerreichbar”.
Ansonsten lecker Essen, Winde aus falscher Richtung (wir segeln gerade nach Kanada), dafür wunderschöner Sonnenaufgang. Seit Mittag steuert der Windpilot (in Fenja’s Wache), aber ebenfalls in die falsche Richtung.
Detlef: Schick mal besser Wetter oder wenigstens Wind zum Segeln in die richtige Richtung.
Geschrieben von: Ernst am 26.11.2002
