Um 13:40 europäischer Zeit, d.h. 08:40 karibischer Zeitrechnung erhalten wir die Erlaubnis, in den Tiefwasserhafen von Bridgetown, Barbados einzulaufen. Die Sitten sind hier sehr streng (zeitaufwendig) aber auch sehr freundlich. Das englisch-karibische Negergenuschel von Zoll-, Immigration- und Gesundheitsbeamten ist zwar schwer zu verstehen, aber immer fröhlich und macht allen Seiten viel Spaß. Nach 2.5 Stunden haben wir es schriftlich. Wir dürfen Heilig Abend und wenn wir wollen auch länger, in Barbados an Land. Die beiden Mädchen nutzen das gleich aus und kaufen ne Flasche Rum und Cola für den Manöver-Schluck.
Wir bunkern Diesel im Fischereihafen bei ‘ner kohlrabenschwarzen Dieselmammi ( gimmi too bottles beer ), hören da unsere ersten – und einzigen – Weihnachtslieder und verholen dann in die Carlisle Bay. Die Yachties haben da vor einer Strandbar einen sicheren Beibootponton, von dem man zur Not auch zum Boot schwimmen kann. Aber dazu kommen wir später.
Für die 3030 sm (ca. 5400 km ) von Gran Canaria bis hier haben wir 21 Tage und 21 Stunden gebraucht, was für dieses Seegebiet sportlich gesehen ein eher schlechtes Ergebnis ist. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben wir die Reise sehr genossen.
Für die Besichtigung von Barbados blieb nur ein Zwei-Stunden-Fußmarsch durch sehr einfache Vororte von Bridgetown. Hein Seemann betritt ein Land immer durch den Hinterhof. Die Bevölkerung ist sehr arm, aber ausgesprochen freundlich und immer zu Späßen aufgelegt. Ja wenn die Behörden schon freundlich sind …. Der Tourismus scheint sich nur in begrenztem Raum abzuspielen, jedenfalls waren in der Stadt nicht viel Touristen zu sehen, obgleich ein Haufen Kreuzfahrtschiffe im Hafen lagen.
Uns war’s Recht. Wir haben im Stadthafen ein schönes Weihnachtsessen gehabt und wären dann, weil Fenja sich den Fuß verknackst hat, ordentlich an Bord zum Absacker zurückgegangen, wenn wir nicht wieder durch diese Bar mit dem Beibootpoton durchmüssten. Dort war zu Heilig Abend Livemusik ( karibisch ) und Freedrinks für pauschal $15 angesagt. Mit unserer kaufmännischen Grundschulung konnten wir natürlich an solchen Weihnachts-Angeboten nicht vorbei und haben mit Ehrgeiz an einem wirtschaftlich guten Endergebnis bis zum frühen Morgen gearbeitet. Das auch bei den anderen Seglern die Muttersprache zum Teil verloren ging, fiel bei der lauten Musik ohnehin nicht auf. Die Bezeichnung Schwimmponton wurde wörtlich genommen. Man schwomm zu ihm hin, von ihm weg, um ihn herum, obgleich die Dingies an ihm festgebunden waren und er nur der Weg zum Dingi sein sollte. Unser roter Sack mit Kamera, Jochens Geld und Flugscheinen (es ist ja viel zu gefährlich, das Zeug an Bord zu lassen ) lag ein paar Stunden unbeaufsichtigt vor dem Tresen und dann im Beiboot und hat dann auf mysteriöse Weise doch den Weg zurückgefunden. Na ja, alles in Allem ein ungewöhnliches, aber F R Ö H L I C H E S Weihnachtsfest.
