Stavoren, Ijsselmeer
Am Morgen wird alles klar gemacht zur Testfahrt. Alle Geräte und die Segel sollen überprüft, die Holepunkte der Traveller markiert werden. Es kommt eine Schadensmeldung nach der anderen. Die Taste des Bugstrahlruders ist verklemmt, es lässt sich nicht mehr bedienen, die Windanzeige gibt schon wieder ihren Geist auf, das Großsegel kann nicht ausgerollt werden. Es werden also nur die Fock und Genua ausgerollt, die Holepunkte der Traveller angezeichnet. Den Fehler in der Windanzeige finden wir bei 2 losen Verbindungskabeln, sie kann also auch kalibriert werden.
Das Groß geht nicht für Geld und gute Worte aus dem Mast. Die Segellatten sind verbogen. Ich lass mich in den Mast ziehen und popel Stück für Stück des Segels aus dem Mastprofil. Im oberen Teil, an der vorletzten Segellatte, ist der Knubbel so dick, dass ich nach fast einer Stunde aufgebe. Wir fahren mit dem halb heraus gezogenem Großsegel zurück in den Hafen und versuchen in unsere Box einzuparken. Es ist Wind aufgekommen und ohne Bugstrahlruder will der Dampfer nicht so recht dahin wo ich hin will. Also rollen wir das Großsegel wieder ganz rein und dann mit Schmackes rein in die Box. Ich dann wieder hoch in den Mast und puhl das Segel Stück für Stück aus der Führungsnut. Maria und Walter drehen dafür die Reffeinrichtung zentimeter-weise rein und raus. Eine Scheißarbeit !!! Nach fast einer Stunde ist es draußen und abgeschlagen. Nachdem die verbogenen Segellatten aus dem Segel gezogen und die Beschädigungen abgetaped sind, lässt es sich wieder gut ein und ausrollen und meine gespleißte Endlosleine hat das Gereiße mit gemacht !Dafür bekomme ich meinen e-mail Anschluss nicht hin. Es muss also erstmal so gehen.Maria, Walter und Marianne packen ihre Sachen und mustern um 18.00 ab. Sie hoffen wegen des Fußballspiels gegen Costa Rico auf freie Autobahnen. Ich sehe mir das Spiel bei gebackenem Aal und Bier in einem Restaurant an. Na ja, so ganz überzeugend war dieser Auftritt trotz des 4:2 nicht. Danach zurück zum Schiff und um Mitternacht sind die Restarbeiten erledigt. Maria ruft an und berichtet, dass alle gut nach Haus gekommen sind. Jetzt aber ab in die Koje, ich muss morgen früh zeitig los.
