10.06.2006

Samstag, 10.6.06

Stavoren, Ijsselmeer nach ???

05.00 Reise, Reise. Duschen und Haare waschen – wer weiß, wann man wieder dazu kommt – um 05.30 bin ich aus der Box und verlasse den Buitenhaven von Stavoren. Stavoren ist ein kleiner, wirklich netter Ort, zu empfehlen, eine gute Adresse für Kanalfahrer und Binnenmeer-Segler. Auf dem Weg zur Schleuse, die Lorenzsluisen verbinden das Ijsselmeer mit dem Wattenmeer, wird das Schiff aufgeklart und die zu schlaffen Ober- und Unterwanten nachgespannt. In der Schleuse mach ich bei 3 netten Jungs von einem Charterboot fest. Ich brauch auf diese Weise beim Schleusen keine Vor- und Achterleine mit zu führen. Um 08.30 bin ich da durch und folge dem Tonnenstrich wie die Mädchen von St. Pauli an Texel vorbei in die Nordsee. Um 12.00 passier ich den Militärhafen von Den Helder und bin endlich frei vom Flachwasser.

Durch die Dover-Straße gibt es 2 Möglichkeiten: Der kurze Weg im Inshore-Bereich auf der holländischen bis französischen Seite oder den weiteren Weg direkt rüber auf die englische Seite ins Hauptfahrwasser. Die vielen Bojen, Lotsenschiffe, Windanlagen, Zwangswege und Fischer auf der kurzen Seite machen die Endscheidung einfach. Ich habe drüben auf der anderen Seite mehr Ruhe in der langen Nacht. In dem Verkehrstrennungsgebiet kommt mir keiner entgegen, sie überholen mich nur, einer nach dem anderen. Ich hab mich eingegliedert in die endlose Kette der Container-, Stück- und Massengut-, Tanker-, Bulk-, Autotransportfrachter, die die Doverstraße passieren. Kein Falschfahrer Gott sei Dank, ab und zu mal Querfahrer zu den Einfahrtswegen nach Ijmuiden oder Hoek van Holland sowie ein paar Ankerlieger in Warteposition auf Ladung.

Die Nacht zieht sich und ist dann doch irgendwann so um 05.00 rum. Ein weiterer Nachteil dieser Seite sind die längeren Gegenan-Perioden der Tidenströme. Die Fahrt über Grund schwankt zwischen 3 und 9 Knoten.

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