15.06.2006

Donnerstag, der 15.Juni 06

St. Peters Port , Guernsey

 

Es ist immer noch Schietwetter, ich hab während der Nacht gefroren in meinem kurzen T-Shirt. Zu faul, mir noch was drüber zu ziehen. Wer friert ist dumm, oder arm, sagt der gemeine Seemann, Faulheit kommt noch dazu. Nach dem Frühstück geht es an die Bilgenpumpe, sie will einfach nicht laufen. Nach dem Ausbau und Zerlegen der Pumpe sieht man, dass sie festgefressen ist. Schon verständlich, wenn man immer mit den Füssen im Wasser steht und nicht bewegt wird. Jetzt wird sie bewegt, aber nur von Hand, denn mit dem Strom haperts. Schalttafel ausbauen und Strom messen, nee, kommt nix. Das entsprechende Kabel verschwindet irgendwo im Nirgendwo, also fangen wir mal da an, wo der Strom losgeht, an der Batterie. Siehst du, da gehen 3 Kabel direkt von der Batterie los, eins davon müsste es sein. Sicherungen sitzen auch dazwischen und gleich die erste, die ich prüfe, ist kaputt. Auswechseln und Pumpe einschalten, nix. He, die 2. ist ja auch kaputt! Auswechseln und Pumpe einschalten, ja, nun läuft sie, wie Schmitts Katze. Alles wieder zusammenbauen und einbauen und fertig, abhaken diesen Punkt. Reffleine auswechseln steht noch auf dem Zettel. Die Reffleine für Genua ist zu dick und vertüdelt sich beim Einrollen. Ich fahr zum Schiffshändler, hol 20m neue Leine und wechsel die alte aus. Abhaken! Es klart auf, es steht noch die Busfahrt rund um die Insel aus. Der Busbahnhof ist nicht weit, da fährt alle halbe Stunde der normale Bus los, dessen Route entlang der Küste einmal um die Insel geht. Wir sind vor einigen Jahren mal mit meiner Cessna 310 hier her geflogen, um eine Flugabwehr- Kanone für Georgs Museum zu kaufen. Das German Occupation Museum nahe dem Flugplatz gibt es noch. Ich steig am Flugplatz aus dem Bus, Mensch hat sich hier alles verändert. Die haben ein Riesen-Terminal gebaut, alles vom Feinsten, nicht mehr wieder zu erkennen, der alte gemütliche Flugplatz. Von hier aus ist es ungefähr 1 Km zu Fuß zum Museum, doch der Marsch lohnt. Vorbei an einer Kirche, wo die Haustiere mit zum Gottesdienst gebracht werden sollen, finde ich das Museum an einem kleinen, einsamen Weg. Trotzdem ist es relativ gut besucht und der Besuch lohnt sich. Sie haben hier aus der Besatzungszeit durch die Deutschen einen Haufen Zeugs zusammengetragen und geben so einen guten Überblick aus dieser Zeit. Ein leicht schlechtes Gewissen hat man da doch als gebürtiger Germane.

 

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