12.08.2006

12. August , 2006

Portoto Abrigo, Porto Santo-Madeira

Gestern bin ich dann also noch mal zu Fuß los getapert, weil das hübsche Mädchen vom Marina-Office gesagt hat, die Stadt sei nur ein paar Schritte weit entfernt und eine Inselrundfahrt sei mit dem Fahrrad sowieso nicht möglich. Transport mit dem Gummiboot, An- und Abbau ist nicht mal eben gemacht, also bleibt das Fahrrad in seiner Vorschiffskoje liegen.

Es benötigt 35 min strammen Männerschrittes in der richtig glühenden Sonne, bis ich endlich in der Hauptstadt, ich schätze sie auf vielleicht 1000 Einwohner, bin und das Mädchen vom Marina-Office ist in meiner Erinnerung nicht mehr ganz so schön. Aus dem Seglerhandbuch hab ich eine Adresse für Motorradverleih. No, sagt der Polizist an der Kreuzung, den gibt es nicht mehr, but follow the road about 1 km, you will find one on the right hand side. Klar, den hab ich sofort gefunden, er hat kein Motorbice, aber er bekommt morgen um 15.00 einen Scooter zurück, so eine Art Leicht-Motorroller. Ich muss aber dann auch da sein. Ok, das hätten wir.

Die Engländer haben mir bei meiner Ankunft von einer Insel-Rundtour erzählt, mit einem offenem Bus und gar nicht teuer. Ich find den Abfahrtort und das Kartenverkaufshäuschen, jeden Tag 14.00 fährt ein Bus, sagt die portugiesische Schönheit. Es gibt ja portugiesische Galeeren und den portugiesischen Norder, die portugiesische Schönheiten haben zu 90% ein strammes Fahrwerk und wegen des tiefen Gewichtschwerpunktes nach oben hin immer weniger Ballast. Ich bin Anhänger vom Darwin, und weil die Portugiesen ihre Schiffe ja auch mit möglichst tiefen Gewichtsschwerpunkt bauen ….. Na, ich bin ja nicht hier um wissenschaftliche Studien zu betreiben, jedenfalls im Moment nicht, deshalb latsch ich noch ein bisschen durch das Dorf, kann nicht recht was finden, was große Begeisterung auslöst und bin um 20.00 wieder an Bord. Das Gemüse, was noch da ist, verpflichtet zum Kochen und nach 45min ess ich geschmorte Zuccinis, Paprikas, Zwiebeln, Knoblauch mit französischen Kochwürsten als Geschmacksverstärker, jede Menge Gewürze jeder Couleur, es entstand mal wieder was Einmaliges. Ich bin immer noch müde, draußen fängt wieder das Technogebuller an und denk mir, lies einfach noch ein paar Seiten und schon pennst du. Der Fehler war, dass ich den Ken Follett-Roman genommen hab. Auf Seite 320 hab ich um 04.30 aufgehört und bin ins Bett gegangen. Das Techno-Gebüller war noch im vollen Gang und dauerte bis heute Morgen 06.30.Frühstück 11.00 Uhr, 2 aufgebackene Brötchen, der Vorrat verringert sich nur marginal, dann in den Zodiak, der kennt den Weg schon fast allein und wieder den Fußmarsch Down-Town. Der Seemann an sich ist ja Gott sei Dank schmerzfrei.

Die Abfahrt vom Sightseeing-Bus ist erst um 14.00, also frag ich bei dem Motorrad-Vermieter nach dem Scooter. Ist heute nicht zu haben sagt er. Mit dem Fahrrad doch die Berge hoch? Er hat so einen Tretroller mit Motor und Sitz. Ich geb Maria mal per Telefon die Internetadresse. Sie ruft später zurück, ja, das Ding hat 6PS und läuft 90 km/stde, wiegt 26 kg, Reichweite 40km und ist zusammenklappbar. Ein Opel Korsa kostet 40 €/Tag, den kann ich mir für 1750 € einen Haufen Tage mieten, also steig ich in den Sightseeingbus und vergess das Ganze. Die Insel ist, nach der Seekarte zu urteilen, nur ca. 15 km lang und 5 km breit. Er fährt im Süden die ganze Strandpromenade ab, dann am Flugplatz vorbei zur Nordküste, dann die 570m hoch auf den Berg, rüber zum Südosten, wo man herrliche Photos vom Hafen machen kann und dann zurück in den Hafen. Ich denk, ich seh nicht richtig, er fährt direkt auf die Mole, wo ich das Dingi festgemacht hab. Ich nach vorn zum Fahrer, halt an, hier bin ich zu Haus. Er versteht nicht, weiß nicht so recht, hält aber direkt vorm Steg am Zodiak. Was für ein Dusel, kein Fußmarsch mehr, winke, winke, tschüß und kommt gut nach Haus. Der Zodiak bringt mich schnell zurück, es ist noch vom geschmorten Gemüse da und zu den letzten 200 Ken Follett-Seiten passen 2 Glas Rotwein ganz gut. Die Techno-Bässe dauern wieder bis 07.00 morgens.

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