14.08.2006

14. August 2006

Überfahrt Porto Santo nach Quinta do Lordes auf Madeira Grande

!0.00 soll die Abfahrt sein, also bin ich gestern Abend relativ früh ins Bett. Techno war ein bisschen verhaltener, und die Yacht-Zeitschrift war schnell gelesen. Morgens dann Frühstück um 09.00, kurz vor 10.00 dann Anker klar machen, da kommt der Herr Diplom-Ingenieur aus Emden und erzählt mir in den nächsten 1,5 Stunden ohne Punkt und Komma zuerst seinen beruflichen Werdegang – ich weiß jetzt, dass die Germanen nach seiner Pensionierung mit einem Genie weniger auskommen müssen – und dann wie er sein Boot gebaut hat. Es fehlt den Germanen jetzt, da er ja um die Welt segeln will, nun auch noch ein Schiffbau-Genie. Die ganze Zeit steht er in seinem Gummiboot und jongliert es mit den Händen auf Abstand, ich werd schon vom Zusehen hibbelig. Um 11.30 kuck ich auf die Uhr, oh Gott ich hätt ja schon längs … er muss mir noch ganz kurz mal die Sache mit dem Windpilot erklären, nee sag ich, ich bin selbst Windpilot-Versteher und im Übrigen alarmieren die da drüben die Polizei, wenn ich nicht pünktlich da bin. Kann er verstehen, tschüß, vielleicht sehen wir uns ja bald mal wieder. Hoffentlich nicht, denk ich, immer freundlich bleiben. Mit wem unterhält der sich wohl an Bord, wenn keiner da ist? Der Hafen hat sich gefüllt, es sind jetzt 8 Segelboote da, von denen 2 Deutsche, 1 Australier, 1 Schweizer und ein Portugiese allein an Bord sind. Der Portugiese ist wahrscheinlich nicht so lange unterwegs, aus Madeira Grande vielleicht, aber die anderen schon. Um 11.30 hab ich dann endlich das Grundeisen an Deck verstaut und lauf aus. Es sind ja nur 30 sm nach Quinta do Lorde, Zeit genug.

Es wird eine gemütliche Überfahrt, zuerst gibt es noch ein laues Lüftchen, was dem Diesel ein paar Zusatz-Pferde bringt, aber dann schläft auch das laue Lüftchen ein und ich fahr Motorboot bis zur Marina Quinta do Lorde.

Um 18.00 helfen mir 2 Marineros den Dampfer fest zu binden und

ICH BIN AM ZIEL !!!!

Maria hat mir am 17. einen Direktflug nach Frankfurt gebucht. Bis dahin wasch ich das Salz vom Schiff, aus den Fallen und Schoten, aus den Segeln und den Polstern. Ich zerleg noch mal den Windpiloten, füll die Reservetanks in den Haupttank, sortier den Proviant nach Verfalls-Datum und mach Klarschiff. Vertreib mir die Zeit.

Wunderschöne 2 Wochen sind mal wieder viel zu schnell vorbei.

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