15.07.2007

Zwischenreise von Gran Canaria nach Teneriffa, am 15.07.07

Wir müssen früh raus, die Entfernung nach Teneriffa beträgt ca. 50 sm, geradeaus. Das klappt nie, weil der Kurs des Schiffes bei höheren Wellen rechts, links, hoch, runter geht. Also rechne immer mal so 10 bis 15 % dazu. Planungsgeschwindigkeit ist zwischen 5 und 6 kt. Reisezeit geplant also 10 bis 11 Stunden. Darüber hinaus müssen wir noch die Düse, die die normale Windgeschwindigkeit um 15 kt erhöht, in die Rechnung mit einbeziehen.

Man sieht schon, Seeleute müssen gute Mathematiker sein.

07.00 ist wecken, und nach einer halben Stunde passieren wir die Kapitanerie und sind wieder auf dem freien Meer.

Rasmus empfängt uns ein paar Meilen weiter draußen und ist offensichtlich mit dem äußeren Erscheinungsbild unserer Merry Mary nicht zufrieden.

Schmutzig, meint er und fängt direkt mit der Wäsche an. Erfolgreich, Schiff und Besatzung sind im Nu klitschnass. Was zuerst noch lustig ist, nervt bald darauf die neuen Schiffslüt.

Die Überfahrt ist mehr oder Weniger vergnüglich

Man legt sich schlafen und ich bin mal wieder allein da oben, muss dann auch noch mit ansehen, wie son anderer Germane mich da draußen auf hoher See überholt. Natürlich wird sofort weiter ausgerefft, die Schiffsbewegungen werden rauer, aber die Fahrt geht dadurch auf 7-8 kt hoch. Der refft auch aus und holt weiter auf. Wir sind mit unserer Ausrüstung gut 2 Tonnen zu tief im Wasser, der ist 2.5 m länger, das muss als Entschuldigung reichen, lass ihn ziehen.

Als die See nach 7 Stunden ruhiger wird, lockt der Hunger die Joungsters aus den Kojen. Brot, Salami, Teewurst und Kuchen sorgt für eine gewisse erste Grundlage.

Unten um die Südecke von Teneriffa, dem Pta. Rasca rum und noch ca. 5Meilen nach Norden laufen wir den Hafen von Colon an. Kein Platz mehr, verkündet der schmierige Hafenmeister von oben runter, verschwindet. Der Hafen mit dem vielen Remmi-Demmi und den durchweg tätowierten Männern und Weibern ist keinen Streit wert, also weiter nach Norden. Es sind zwar noch 2.5 Stunden nach Pto. Gigantos, aber alles ist hier besser, als das was wir bisher gesehen haben.

Als wir an der Pier fest sind, wird der Rest des Sauerkrauts verschmäht, Pizza schreit der gemeine Seemann.

Was soll man machen, wenn der Seemann schreit. Die im heißen ÖL gesiedeten Gambas bekommen später dann die Schuld für Durchflutsch und Übelkeit.

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