16.07.2007

Von Teneriffa nach La Gomera, am 16.07.07

Welche Möglichkeiten wir für das Kulturbeiprogramm haben, ob wir bleiben oder wohin wir fahren, hängt von dem Gespräch mit dem Hafenmeister am Morgen ab. Der Hafenmeister ist eine dralle, kompetente Tenerifine. Sie erzählt Carlo und mir allerhand über die Inseln La Palma und Gomera. Aber sie versucht auch einen Mietwagen für Teneriffa zu bekommen. Sorry, wir haben heute Fiesta, irgendeine heilige Senora, die, die die Seeleute beschützt, wird heute gefeiert, kein Mietwagen. Also hören wir genauer hin, wie das mit den beiden anderen Inseln so ist. Bei La Palma, La Isla Bonita, wie sie sagt, verdreht sie immer die Augen, deshalb tendiere ich vom Gefühl her für La Palma. Von La Gomera weiß sie aber auch nur Gutes zu berichten, deshalb muss das ganze Kabinett über den weiteren Verlauf der Reise beschließen.

Die Vorbesprechungen finden bei Rührei, Toast und Milchkaffee in einer kleinen Kneipe am Hafen statt. Zurück an Bord werden Seekarten, Windsysteme, Wettervorhersagen, Häfen und Inselbeschreibungen mit einbezogen und irgendwann, als sich keiner mehr auskennt, die Entscheidung getroffen, nach La Gomera zu segeln. 12.45 heißt das Kommando „ klar vorn und achtern „ . Auf geht’s, Buam, auslaufen.

Die Entfernung nach La Gomera beträgt nur ca. 20 sm, der Strom steht gegen an und so werden aus den 8 kt Fahrt durch das Wasser nur 4,8 über Grund. Die Düse meldet sich ein paar Meilen später mit Macht zurück, Segeln hat wieder Unterhaltungswert.

Der Wind pustet uns bis in die Marina von San Sebastian, wo schon der Kolumbus vor seiner Abfahrt nach Westindien an der jungen, wohl auch sehr attraktiven Donna Beatriz de Bobadilla rumgemacht haben soll. Die Nachfahren nehmen auf jeden Fall sehr nett und hilfsbereit unsere Landleinen und wir sind im Nu fest.

Die Hafenkapitänin, die Männer haben auf den Kanaren wahrscheinlich immer frei, nimmt die Daten von Schiff und Mannschaft auf, das Sauerkraut ist schnell aufgewärmt, verfeinert und verschlungen, die Damenwelt steht ne Ewigkeit unter der Dusche und, oder sonst wo, aber dann ist irgendwann doch Landgang.

Wir hatten ja Sauerkraut, aber die Jugend, die solches verschmäht, hat Kohldampf. Filetsteak, vielleicht noch ein bisschen Salat dabei, was anderes darf die Alabasterkörper nicht beleidigen. Wir Kriegskinder haben genommen, was da war, und davon so viel wie möglich und so sehen wir dann heute auch aus. Juventus felicitus.

Im Hafen rockt der Bär. Auf den Azoren, in der Bretagne, auf Madeira und auch hier wird immer zum selben Datum die Beschützerin der Seeleute gefeiert, also die, die immer so gut auf uns aufgepasst hat. Umzüge, Feuerwerk, Blaskapelle und der Pastor sind immer dabei, wir nur ab und zu. In der Bretagne, in Kroatien, auf den Azoren und jetzt hier sind wir dabei gewesen. Auf den Azoren hat der Bürgermeister jeder Schiffsbesatzung eine Flasche Inselwein gebracht, nicht unlecker.

Im Moment sind wir nicht auf See, sondern hier in La Gomera an Land und die Jugend hat Steakhunger, wir suchen also eine Kneipe mit Steakküche. Es gibt einige Superlokale, nix für unser Outfit, doch dann beim 2. Vorbeimarsch, ein Lokal ohne Fenster. Das war der Volltreffer, Mutter steht in der Küche und der nette Sohn kann gut mit Gästen umgehen. Perfekt !!! Als Nachtisch gibt es ein Feuerwerk vom Feinsten.

Das Nachbarschiff will noch ein bisschen plauschen, aber dann, nix wie in die Kiste.

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