2 Tage übern Atlantik
Es war bewölkt und das Wetter erinnerte an England als wir landeten. Als wir dem Kapitän den mitgebrachten Proviant präsentieren wird der vom ihm als „Schund“ abgetan. Also sind wir los um neues zu kaufen. Ein guter Start! J
Der nächste Schreck ließ dann auch nicht mehr sonderlich lange auf sich warten… Nachdem wir die Nacht im Hafen von Madeira verbracht hatten, machten wir uns auf den Weg. Gegen 10 am Morgen verschwand Ernst unter Deck um Minuten später mit drei Streichhölzern wieder aufzutauchen. Ich zog den kürzeren, Leon die Arschkarte
Ich hatte die Wache vom 04-08 und Leon die von 12-04.
Spätestens während der ersten Wache mit flauem Gefühl im Magen, fragt man sich dann, was zum Teufel man eigentlich auf einer Yacht inmitten des Atlantiks macht.
Auch während meiner ersten Nachtwache wurde ich nicht mit einer Antwort erleuchtet. Da lieg ich da in den nassen Sachen meiner beiden Vorgänger und dass ich die Stunden vor meiner Wache damit verbracht habe mich in meiner Koje herumzuwälzen macht’s auch nicht besser.
Langsam aber sicher kommt dann aber die Routine durch und auch der Magen gewöhnt sich ans raue Meer und man beginnt die Sonnenseiten der Reise zu sehen. Auch der gefürchteten Nachtwache kann man Gutes abgewinnen. Auf die dunkle Weite des Ozeans herausschauen, oder der aufgehenden Sonne zusehen, so ganz allein auf dem Meer, ist schon was Besonderes.
Gemütlich ists auch. Mit einem Kissen im Rücken und den Wetterfesten Sachen auf der Bank liegend, lässts sich schon aushalten. Während der Wache Besuch von einem der Brüder oder Ernst zu bekommen. Besuch ist immer gut und bringt Abwechslung.
Das wichtigste war das ich mich, trotz des vorhergesagten Sturmes, immer sicher fühlte. So sicher sogar, dass ich als Ernst gegen Ende meiner Nachtwache an Deck kam, um das Ruder in die Hand zu nehmen um das Schiff im Sturm zu steuern, fast neben ihm wegdöste.
Zwei Tage den Atlantik zu überqueren, ist ein einmaliges Erlebnis und ich bin dankbar, dass ich die Chance hatte das für mich zu erfahren
Danke!
