Noch 123 sm bis Qinta do Lorde
Die ganze Strecke bisher hoch am Wind gegen 20-25kt Wind. Die See ist nicht sehr hoch, so um die 2-3m wohl, aber kabbelig und steil. Das Schiff setzt manchmal hart ein, sehr unangenehm und für den Quereinsteiger Wolfgang, der das erste Mal auf hoher See ist, äußerst ungewöhnlich. Was solls, es gibt keinen besseren Weg nach Quinta do Lorde.
Wolfgang hat schon Seebeine, er kennt jetzt Muskulatur, von der er bisher keine Ahnung hatte und er kann sehr gut schlafen, zu gut für meine Begriffe, ich muss ihn aus dem Bett kullern, bevor er aufwacht. Die Seekrankheit ist komplett an ihm vorbei gegangen.
Das Wetter ist wechselhaft, mal total bedeckt, dann wieder blau oder sternenklar. Immer wenn es aufklart nimmt der Wind so um die 5-6 kt zu. Manchmal setzen wir ein Reff ins Groß, was dann nach 2 Stunden wieder ausgerollt wird.
Bis Mitternacht haben wir fast direkten Kurs halten können, dann dreht der Wind weiter auf Nord und wir fahren seit dem in die falsche Richtung. Nicht viel, aber bis jetzt eben doch schon 10 sm. Mal sehen, was daraus wird.
Spiegeleier gibt es zum verspäteten Frühstück, Sunnyside up, deshalb scheint dieselbe und bringt uns wieder einige Knötchen mehr Wind gegenan, als uns lieb ist. Eine Taube überholt uns. Ich will sie nicht direkt einladen, weil ich weiß, was so ein Taubendarm alles von sich geben kann. Aber sie hat es offensichtlich ohnehin eilig, keine Zeit für ein Schwätzchen.
