Santa Cruz, La Palma
Die Schöne hat sich heute schön gemacht, auch in Santa Cruz. Keine Wolke stört die UV-Strahlung. Das Schiffsparlament hat getagt, also die einfachen Abgeordneten, kein Minister. Die Würfel sind gefallen, alea iacta sunt, wie Caesars Senatoren zu sagen pflegten. Die Insel Hierro bleibt auf der Strecke, wird nicht angelaufen, der direkte Kurs nach La Gomera abgesteckt. Karin und Peter haben dadurch je einen Tag mehr Zeit für diese beiden Inseln, Maria und ich können, wenn die beiden weg sind, allein nach Hierro fahren. Alles Frührentner hier an Bord, Genussmenschen so zu sagen.
Die Entscheidung ist richtig, La Palma braucht ihre Zeit. Wir nehmen heute deshalb in aller Ruhe Kurs nach Süd, der feurige Süden so zu sagen, mit seinen vielen Vulkankratern. 1948 und 1971 war hier das letzte Mal Feuerwerk, 38 und 25 Tage lang. Es hat viel Asche und breite Lavaströme gegeben, wird uns in einem Film vorgetragen, aber zu Schaden ist keiner gekommen. Im Gegenteil, der Lavaboden wird kultiviert und eignet sich bestens für den Anbau von Bananen und Wein. Der Weinstock hat hier bis zu 8m lange Reben, die am Boden gehalten werden. Malvasia-Trauben, ursprünglich aus Griechenland, wie auch andere alte Traubensorten werden heute noch hauptsächlich angebaut. Die Reblaus, die viele Traubenarten in Europa ausgerottet hat, ist hier nie angekommen. Wir hatten Gestern und Vorgestern ein paar Flaschen von diesem fruchtig trocken, leckerem Zeug in der 3-Sterne-Kneipe. Das poröse Gestein hält die Feuchtigkeit länger und das Laub schützt die Trauben vor zu viel UV. Wir sind nicht zum Spaß hier, Kultursommer so zu sagen, das merkt ihr sicherlich schon.
Die Lavaasche oben am Pico Birigoyo stammt wahrscheinlich aus der Erruption vom San Juan, 1949 und erinnert uns an den Vulkanausbruch von Montserrat in der Karibik, bei dem die Asche die ganze Hauptstadt ( hieß die nicht Plymouth?) unter sich begraben hat und wir deshalb nicht an Land gehen durften.
Von San Juan aus gibt es einen Fußweg nach Fuencaliente, ca 10 Stunden lang. Nun, es wäre ja schade wegen des Mietwagens, also fahren wir lieber diesen Weg. Von Fuencaliente ( heiße Quelle, der besondere Heilwirkung nachgesagt, allerdings bei einem Vulkanausbruch 1677 zugeschüttet wurde, ( fragt mich einfach, wenn ihr mal was nicht wisst ) aus fahren wir weiter zum Krater San Antonio, wo sie uns unser ganzes Halbwissen beigebracht haben und von dort dann zum Südzipfel der Insel, wo es Leuchttürme mit Unterwasservideos und Salinen zu besichtigen gibt.
8 Stunden Kultur am Tag reichen vollkommen, wir haben ja jetzt Zeit. Zum sportlichen Ausgleich geht man zum Clube Nautico 15 Bahnen schwimmen, danach lockt dann wieder der Fisch bei den 3 Sternen.
