Auf See von La Palma nach La Gomera
Mit dem Frühstück beginnt der Tag zunächst wie immer gut. Vor der Seefahrt wird noch einmal geduscht, sonstiger Ballast abgeworfen, die moderate Rechnung des Liegeplatzes bezahlt, Müll entsorgt, die Mietwagenrechnung bezahlt, all so was eben. Das Arbeitsboot werkelt schon wieder im Hafen und hat sein Spinnennetz gezogen. 2 seiner Netzfäden müssen zu Wasser, dann sind wir draußen im Vorhafen. Fender einholen, Segel setzen, alle Leinen aufschießen und verstauen, kein Problem für ein eingespieltes Team. Peter bekommt den Kurs angesagt und muss steuern. Das wilde Geschaukel da im Hafen von La Palma hat ihm Seebeine wachsen lassen. Wir machen gute Fahrt, immer so um 7kt rum, bis um 15.00 mit kräftigem Knall einer von zwei Pütting-Bolzen des Bb-Achterwants bricht. Erstmal Fahrt aus dem Gerät, dann die Wantenbelastung durch weniger Segel reduzieren, das Want mit zusätzlichen Leinen, den Mast mit einem Reservefall sichern. Mit den 20-25 kt Wind kein besonderes Problem, aber wir erwarten zwischen Teneriffa und La Gomera Starkwind mit über 45 kt.
Frei nach dem 2. Rheinischen Grundgesetz, es hett noch immer jutt jonge, sind wir dann kurz vor 20.00 an der Bunkerpier von La Gomera fest. Der Marinero beschwert sich, dass wir ihn nicht angefunkt haben. Sprichst du englisch, frag ich ihn, no, espaniol, siehst du, sag ich, wozu? Si, sagt er. Man versteht sich.
Wo sollen wir die nächste Zeit hier liegen? Da hinten in der Ecke, meint er, oder doch nur bis morgen erstmal. Es pustet hier tüchtig in die Marina, da hinten in das Loch, ohne Platz zu Manövern, nur für einen Tag, nee, ich bleib hier an der Bunkerpier. Ok, sagt er, aber dann ruft er uns, als wir den Dampfer endlich fachmännisch fest gemacht haben, zu einem anderen Platz in der Marina. Na ja, gute Mannschaft, gute Manöver, das Böötchen liegt sicher und vor allem ruhig bei all diesem Wind hier, 20 min später auch da sicher vertäut.
Die Manöverschlucke, die bei dem ganzen Hin und Her immer wieder weggeräumt wurden, können dem Durst nur peripher beikommen. Der erste Landgang bringt zum einen eine erste Übersicht, zum anderen die Flüssigkeitsvorräte im Körper wieder auf Vordermann.
