Archiv für 01.2009
Auf See, Freitag 30.01.2009
21° 46,920`N ; 028°17,030`W noch 1876 nm bis Barbados
Es war mal wieder ein schöner Tag gestern, am ganzen Tag Sonne, erst die Delfine am Morgen, dann Delfine im Sonnenuntergang, zum Essen dann Brat-Hähnchen, Papas Arrugadas ( runzelige Kartoffeln, in Salzkruste gekocht und mit Schale gegessen ), Lauchgemüse. Liegt alles im Gemüsenetz über der Lotsenkoje.
Der Wind kommt raumer, deshalb also die Fock reinwickeln und das Groß auswickeln. So macht der Dampfer wieder tüchtig Fahrt.
Am Nachmittag fragt dann Peter, wann denn endlich der erste Tausender geknackt wäre. Mensch, das müsste eigentlich bald sein. Richtig, um 17.35 nach 682 nm durch das Meer, sind wir 559 nm dem Ziel näher und haben nur noch 1999 nm bis Barbados. Das schreit nach kanarischem Honigrum, lecker, lecker.
Aber es kommen natürlich auch Fragen auf, es sind ja erst 21,1814 % nach 4 Tagen. Wir machen doch gute Fahrt! Kommen aber nicht so recht weiter.
Also der Tegtmeier, kennt ihr den noch, das ist der, der in den 70er oder 80er Jahren jede Woche einmal im Fernsehen den Leuten in bestem Kohlenpottplatt die Probleme der Welt erklärt hat, also der würde das jetzt in folgender Art erklären:
Geschrieben von: admin am 30.01.2009
Auf See, Donnerstag 29.01.2009
22°57,453´N ; 25°41,487`W noch 2032 nm bis Barbados.
Segeln wird zur Routine. Seit 2Tagen haben wir die Vorsegel zum Passatsegel ausgebaumt und deren Stellung seitdem nicht mehr verändert. Nur der Windpilot muss ab und zu dem Idealkurs angeglichen werden. So zwischen 17.00 und 18.00 Uhr kocht Maria, gestern gabs übrigens Steaks, Bratkartoffeln und Schmorpaprikas, die Tagestemperaturen liegen hier so bei 23 -26°, am Abend reduzieren sie sich auf eisige 18°C. Maria wehrt sich dagegen mit einem ca. 3cm dicken Faserpelz, an Hintern, Knien und Schultern mit zusätzlichem Wollpelzschutz ausgerüstet – diese Anzüge werden von professionellen Tauchern unter deren Trockenanzügen, bei Einsätzen in 300m Tiefe, getragen. Ich hab ihn beim Eistauchen in österreichischen Bergseen, so um -10°C unter meinem Trockentauchanzug getragen. Maria hat zwar keinen Trockentauchanzug darüber, aber Strumpfhose, Funktionsunterwäsche, Jeans und Faserpelzjacke darunter und gegen Wind und Feuchtigkeit leichtes Ölzeug darüber. Die Bewegungen, zu denen sie dann noch fähig ist, hat sie sich wahrscheinlich von Bären abgekuckt. Um Kopf und Hals zu schützen zieht sie sich eine lange Faserpelzmütze über, die Bert, Ralf, Peter und ich für unsere Motorschlittenausflüge in Lappland bei -28°C gekauft haben. So gerüstet übersteht sie ihre 4-stündige Nachtwache ohne sichtbare Frostschäden und Gänsehaut bekommt sie nur, wenn ich ihr im T-Shirt Gesellschaft leiste. Morgens, so zwischen 09.00 und 10.00 gibt es gemeinsames Frühstück.. Das Weißbrot von vor 5 Tagen ist zum Schiffszwieback mutiert und zerplatzt, zerbröselt beim Schneiden. Die Krumen vermehren unsere Humuskulturen unter den Grätings. Heute morgen zum Frühstück hatten wir Delphine zu Besuch. Der Wind hat wieder mal geschwächelt und so lange wollten sie wohl auch nicht neben uns her dümpeln und so haben sie sich dann nach dem Fototermin bald wieder verabschiedet.
Geschrieben von: admin am 29.01.2009
Auf See, Mittwoch 28.01.2009
24°28,595N : 023°53,652W noch 2150 nm bis Barbados
Das Gulasch ist alle! Es waren noch 3 große Portionen da, gerecht auf 3 aufgeteilt und kein Fisch hat was bekommen. Im Gegenteil, versäumte Kalorien wurden danach mit Brot und Käse aufgestockt. Ja, wenn besagter Herr dann isst, dann wie eine neunköpfige Raupe. Bei Marias Proviantkeller kein Problem, aber dass er auch schon beim Wein mithält, ….
Bis in die Nacht hat der Wind gut durchgehalten, aber dann gibt es die ganze Nacht über immer wieder Schwachwindstellen. Am frühen Morgen dann noch ein bisschen Niesel dazu, aber um 11.00 ist es zwar durchgehend bewölkt, doch warm und trocken, so dass wir das Frühstück an Deck genießen können.
Wegen der schwachen Winde und weil die Wolken keine Solarampere durchlassen, fließt ab 09.00 Volvostrom. Steaks und Wein müssen gekühlt sein und das frisst halt Strom.
Die Schiffsbewegungen sind jetzt moderater, oder gewöhnen wir uns nur dran? Erst 3 Tage auf See, aber es kommt mir schon wesentlich länger vor.
Geschrieben von: admin am 28.01.2009
Auf See, Dienstag 27.01.2009
25°47,681`N : 21°24,373`W noch 2284 nm bis Barbados
Die Riesenportion Gulasch will kein Ende nehmen, zumal im Moment nur 2 dagegen an essen. Achterliche Winde und die dazugehörigen Bewegungen müssen erst gelernt werden. Die Fahrt läuft bisher gut, 25 kt Wind schiebt die ausgebaumte Genua tüchtig nach vorn. Gestern Nachmittag das erste Berufsschiff, ein Tanker, der uns mit nur 10 kt Fahrt entgegen kommt. Kurs, Geschwindigkeit und die relative Bewegung zu uns, darüber hinaus den Abstand zueinander, bekommen wir über das neu installierte AIS. Aber warum fährt der denn nur 10 kt? Abgeladen ist er. Wahrscheinlich wartet er auf höhere Preise am Rotterdamer Spotmarkt. Seinen Namen zeigt er uns nicht auf unserem AIS, nur seine Identifikationsnummer. Wir machen noch ein Beweis-Foto von diesem Warentermingeschäft und lassen ihn dann weiterfahren. Abends dann wieder Gulasch zu zweit, immer noch super und für heute ist, obgleich irgendein glücklicher Fisch eine halb vorverdaute Portion gegessen hat, noch eine Riesenportion da.
Geschrieben von: admin am 27.01.2009
Auf See, Montag 26.01.2009
27°00,860`N : 19°18,992`W noch 2430nm bis Barbados
Für die ersten 24 Stunden auf See lief es eigentlich gar nicht so schlecht. Die ersten 3 Stunden Damensegeln, wie in der Adria, leichte Winde bei 28°C. Dann null Wind, so dass auf Dieselvorräte zurückgegriffen werden musste. Wieder 1.5 Stunden später, am südlichsten Punkt von Gomera, Pta.Beccero, wenn euch das was sagt, sind Schaumkronen auf den Wellen. Das bedeutet Wasser an Deck, aber auch eine schnelle Überfahrt nach Hierro. Das vorgekochte Gulasch von Maria ist super, kann aber wegen der ruppigen See nur aus dem Teller in der Hand gegessen werden. Um 19.30 sind wir querab vom nördlichen Hafen der Insel Hierro, Estaca heißt er und kommen wenig später in die Windabdeckung. Bei wenig Wind und hier und da mit Volvounterstützung haben wir dann südlich von Hierro ab 01.00 wieder Schaumkronen. Dieter und Bärbel haben wir leider weder über UKW noch über Grenz- und Kurzwelle zur abgesprochenen Zeit erreichen können. Das werden wir heute noch mal probieren.
Die Sonne bringt über die Solare Kälte in den Kühlschrank, der Windpilot tut unsere Arbeit am Rad, Körper und Köpfe gewöhnen sich allmählich an die eigenartigen Schiffsbewegungen, das Etmal von heute ist 157nm durch das Wasser und es ist heute auch sonst von keinen Katastrophen zu berichten.
Geschrieben von: admin am 27.01.2009
Auf See, Sonntag der 25.01.2009
2558 nm bis Barbados
Ja, nun ist es tatsächlich soweit. Heute um 12.15 haben wir endlich die Leinen in La Gomera los gemacht. Die 2 Wochen Vorlauf für mich waren ausgefüllt. Die Badeleiter musste neu gemacht werden, weil sie hinten am Schiff den Lack kaputt gemacht hat. Die Kuchenbude ist das, was beim Wohnmobil das Vorzelt ist, sehr bequem, aber sehr unschiffig. Sie wird deshalb abgebaut und im Vorschiff verstaut. Ein altes Kurzwellensprechfunkgerät wird gegen ein neues getauscht. Dazu müssen natürlich die Halterungen erneuert werden. Solche Stahlarbeiten macht Andy, der hier gleichzeitig Stützpunktleiter vom Trans-Ocean Verein ist, perfekt. Dann müssen die Segel angeschlagen werden, so nennt der gemeine Seemann das Hochziehen der Segel. Es müssen Halterungen für Marias Gemüsenetz, die Backskiste aufgeräumt, Wettersoftware getestet, Fehler in der Heizung gesucht, Motor und Bugstrahlruder geprüft, ein Überlaufrohr für das Abwaschbecken angefertigt, Backstagen montiert, Ruder vom Windpilot angebaut, Winschen überholt werden, und so weiter und so weiter. Abends treffen sich dann immer die Besatzungen der hier liegenden deutschen Schiffe in der gegenüber liegenden Kneipe und snacken dumm Tüch. Und Bier wird dabei auch getrunken. Die ersten Tage gehen schnell rum. Das Schiff soll noch mal raus, um gereinigt und der Propeller dabei gleichzeitig überholt werden. Ich hab regelmäßig zu unserem Hafenkapitän Kontakt, der den Sliptermin mit der 10 km entfernten Werft koordiniert. Es ist bisher immer zu viel Schwell bei der Werft, keine Chance, das Schiff zu kranen. Am Donnerstag ist der Wind schwächer und man beschließt, dass ich am Freitag Morgen hinfahren soll. Unser guter Geist Andy soll mit dem Auto hin und dolmetschen. Ich fahr also freitags um 08.00 los und wunder mich. Es pustet tüchtig in die Tücher, nix mit Windstille, aber wenigsten von hinten. Auch dort
Geschrieben von: admin am 27.01.2009
