Die spinnen die Gallier, die schwarzen Südwestkolonien sind im Aufstand. Sie streiken, weil die Preise den Gehältern davon laufen, der Teuro ist hier gerade angekommen. Und ALLE streiken, Mietwagen und Benzin ist aus, im Supermarkt streiten sich die Leute um ein paar restliche Apfelsafttüten. In Guadeloupe ist der Flugplatz schon geschlossen, weil die Flughafenangestellten nicht mehr kommen. Für Peter sind deshalb alle Warnleuchten auf dunkelrot. Er und Maria telefonieren wie die Wilden, um einen früheren Flug zu bekommen und sie schaffen es, er kann, wenn er es zum Flugplatz schafft, schon heute Nachmittag fliegen. Er packt seine Sachen, während Maria am Taxistand das letzte Taxi für 45 min belegt, und saust zum Flugplatz.
Ich versuche in der Zwischenzeit ein paar Fotos den Berichten zu zufügen. Französische Ordinateurs sind eine eigene Welt. So wie sie hier nicht Computer heißen, ist alles, aber auch alles anders geregelt und anders bezeichnet. Das Mädel, das hier das Sagen hat, ist mir wohl gesonnen, aber auch mit vereinten deutsch-französischen Kräften gelingt es uns nur teilweise, der französischen Computer-, Endschuldigung, Ordinateur-Welt zu Leibe zu rücken. Nach 2 Stunden hab ich einige Bilder mit Karstens und des martiniquanischen Fräuleins Hilfe übertragen können, aber das war es dann auch. Den Rest müssen dann wieder Wolfgang und seine Truppen machen.
Wir fahren zurück zum Schiff, räumen auf und das Gummiboot samt Motor weg, holen die Anker nacheinander mitsamt den Teilen, die dran hängen, ein und verholen uns Merry Mary in die Marina um die Ecke. Die Marina ist sehr klein, kein Raum für Manöver, trotzdem gelingen dieselben perfekt, nur die sonst so geschwätzigen Gallier kriegen das Maul nicht mal zum banalen Bonjour auf. Vor 7 Jahren war die Stegbelegung noch national gemischt, heute rein französisch und da haben die Hunnen anscheinend nichts verloren. Meiner Frau, Getrud, Helene Semprich, platzt der Kragen. Sie nimmt sich einen dieser Oberfranzosen zur Brust und seitdem tratschen sie nicht mehr über, sondern nur noch unter Deck.
Beim Anmelden im Hafenmeisterbüro finden wir Peters Pass bei unseren Papieren. Er ruft aber bald darauf an, sagt, dass sein Personalausweis genügt und dass er schon in der Schlange zum Einchecken steht. Tschüß mein Peter, komm man gut nach Haus.
Wir entsalzen das Schiff mit viel Frischwasser, füllen die Tanks, waschen Wäsche, die schon seit einiger Zeit vor sich hin riecht, die Wäschereien streiken, räumen auf, essen Abendbrot und sind schon wieder müde.

Marina Point du Bout, Martinique
