Gestern hat der Skipper von SY Cotton angerufen. Er heißt Olivier und möchte gern die Fotos von seinem Schiff haben. Ihr könnt euch erinnern, SY Cotton hatten wir auf dem Atlantik getroffen und in Absprache Fotos gemacht. Sie sind zum Teil sehr gut gelungen und solche Fotos hätte ich auch gern von unserem Boot. Besagter Olivier will also mit seinem Boot her kommen und heute Nachmittag hier sein.
Gestern Nachmittag hat er seinen Freund Bernard zu uns geschickt, um evtl. Kopien auf einen Stick zu ziehen. Alle USB-Sticks, die Bernard anbringt, geben schon nach einigen Bildern auf, sie sind zu klein. Wir verschieben also unseren Ausflug nach St.Lucia auf den 20sten und warten auf besagten Olivier. Bernard ist 71 Jahre alt, hat sein 51 ft Boot auch hier in der Marina, lebt seit 15 Jahren hier und ist so eine Art Platzhirsch. Jedenfalls hat seine Bekanntschaft bei unseren Nachbarn Eindruck gemacht, sie reden jetzt jedenfalls ab und zu mit uns. Man hat es hier schwer, sagen Belgier vom übernächsten Boot, wenn man nicht Franzose ist.
Morgens ist immer der erste Gang zum Supermarkt. Heute waren ein paar Schachteln Weichkäse und Wasser zu bekommen. Sonst sind die Regale bis auf Schuhputzzeug und Kernseife leer. Dank Marias unermüdlichen Einkäufen in La Gomera sind wir autark, im Gegenteil, wir könnten hier so einen kleinen Supermarkt aufmachen, aber Maria sagt, mer gebbet nix, das hat sie von Peter gelernt. Benzin und Diesel gibt es auch nicht, aber auch damit sind wir noch gut versorgt, weil wir während der Überfahrt nicht viel gebraucht haben. Auf St. Lucia sollen sie morgen auch für 3 Tage streiken, hören wir von dem dortigen TO-Stützpunktleiter.
Den heutigen Tag verbringen wir mit e-mailen, Wäsche waschen, mehrfachem Trocknen derselben, weil es zwischendurch mal für 3 min regnet, aufräumen und per Fuß die Gegend erkunden.

Einkaufsmeile
Am Nachmittag kommt Olivier an und besucht uns auf unserer Merry Mary. Ein sehr sympatischer junger Arzt, der sich auf Nieren spezialisiert hat. Er hat hier mal für 2 Jahre gearbeitet. Er erzählt, wie sie uns am frühen Morgen auf dem Atlantik gesehen und sich dann mühevoll an uns rangekämpft haben, immer im Ölzeug und schwer am Arbeiten. Als sie dann am Nachmittag endlich bei uns sind, sehen sie da drei lockere Typen im T-Shirt am Mittagstisch sitzen, die mit einem Glas Wein in der Hand ihnen zuprosten. Der Frust wurde dann am Abend erst so richtig groß, als sie auf Autopilot umschalten und im Nu wieder von uns überholt wurden und wieder war keiner an Deck zu sehen. Er sagt, dass er uns am letzten Tag noch einmal gesehen hat, als sie Kurs auf Martinique genommen hatten und sich unsere Wege wieder gekreuzt haben. Das kann sein, weil wir am selben Tag angekommen sind. Er hat einen großen USB-Stick dabei und kann alle Fotos mitnehmen. Auf einem Foto der Madeira-Party vom August 2008 erkennt er seinen Vater. Na, so hat sich unser Warten dann doch gelohnt, wenigstens für ihn.
Am Abend beginnt der Karneval auf Martinique im Hotel nebenan zieht eine Trommlerband auf und trommelt 2 Stunden wie verrückt auf ihren Trommeln herum. Super, hat jemand von euch schon mal die Blue Men Group gesehen oder gehört? Genau so wars, aber ohne Band, nur Trommeln.

