Duschen war Gestern nicht mehr, wird also heute morgen nachgeholt, obgleich man ja unter der Salzkruste länger frisch bleibt. Ein Auto zu mieten ist da schon ungleich schwerer, weil Morgen Independence-Day ist und viele Besucher da sind. Nicht mehr so ganz jung, das Auto, das wir bekommen und hier und da einige Blessuren, was soll´s, wir wollen da nicht in die Spiegel sehen. Im Marina-Office registrieren und kassieren sie uns auch, der Segelmacher hat allerdings für unsere Sprayhood noch nicht so recht Zeit. Diensttag vielleicht, sagt er. Am frühen Nachmittag fahren wir mit dem Leihwagen in die Hügel der Nordost-Küste. Hier haben sich ein paar gut Betuchte neben dem Golfplatz ihre gediegenen 10 Ha Landsitze eingezäunt. Wohnfläche so um bescheidene 500-700 m2, es soll ja wohl auch Platz für Personal da sein. Einige Bauplätze sind noch zu haben, lesen wir.
Unten in der Ortschaft Gros Islet direkt an der nördlichen Rodney Bay das Kontrastprogramm. Zerfallene aber bewohnte Holzhäuser von der Größe der Pförtnerhäuser da oben, Rodney Bay Harlem könnte man sagen. Auf der anderen, der südlichen Seite der Bucht ist es gemischt, einfache Häuser, daneben die gehobene Klasse, auch das schwedische Konsulat, Supermärkte, Einkaufsmall Restaurants, Kneipen, abgeschlossene Apartment-Blöcke und ein Beiboot-Anlegersteg, sehr sympathisch. In einer der vielen Kneipen testen wir den Rumpunsch und befinden ihn für gut. Die 2. Marina haben wir immer noch nicht gefunden, dafür ein paar saftige Filetsteaks im Supermarkt, die dann im Licht der Säufersonne ein Glied in der genussmenschlichen Ernährungskette wurden.
Überhaupt, den Platz in der Marina, den wir gefunden haben, würde man wohl in einer Gaststätte als den Katzentisch bezeichnen, das sind diese Plätze, direkt neben dem Klo, oder Ausgang, oder an der Garderobe. So ein Platz ist unser Steg, weit weg vom Esteblishment. Er hat den Vorteil, dass das Publikum hier sehr gemischt ist, Deutsche, Schweden, eingeborene St Lucianer, Franzosen auch, aber pechrabenschwarz und dementsprechend interessant. Da wird immer sehr lustig palavert, aber wenn es dann dunkel wird, geht jeder auf seinem Schiff seinen Sachen nach. Es ist also lustig hier am Steg, nicht lästig. Man wundert sich, aber 90% der unter französischer Flagge ankommenden Schiffe werden von Schwarzen gesegelt, jedenfalls das, was in unserer Ecke ankommt.

St.Lucia Nord, viel Geld

St.Lucia Nord, weniger Geld
