26.02.2009

Rodney Bay Marina, St.Lucia Dienstag, 24.02.2009

Gestern noch einmal die große Rundfahrt mit dem Mietwagen. Wir fragen einen Deutschen, 2 Schiffe weiter, der allein unterwegs ist, ob er mitkommen möchte. Klar möchte er, ich hab nur noch meine Frühstücksbrötchen im Ofen. Ich weiß ja, dass Maria noch das passende Ausflugsoutfit sucht, na klar , sag ich, du hast noch jede Menge Zeit mit deinen Brötchen.

Das Wetter ist zunächst nicht wirklich gut. Rodney Bay liegt im Nordwesten der Insel, wir fahren also nach Süden, durch die Hauptstadt Castries durch, am Flugplatz vorbei, direkt neben dem Flugplatz ist der Zentralfriedhof – die Piloten werden höflichst gebeten, die Friedhofsruhe einzuhalten- und dann quer rüber zum östlichen Teil der Insel. Auch hier nirgendwo Zuckerrohr, dafür einige Bananenfelder, sonst Regenwald. Die Insel ist wirklich schön, auch die rauere Ostküste hat schöne Strände. Wie auf der ganzen Insel werden auch hier eingezäunte, noble Wohneinheiten hochgezogen, soll das für St. Lucia die Zukunft sein?

Die Lebensmittelpreise für Qualitätsprodukte in den Supermärkten sind wesentlich höher, als in Deutschland. Für Grundnahrungsmittel etwa gleich. Alles ist relativ teuer, Mietwagen ca. 3mal soviel wie in Spanien, Liegeplatzgebühr mit € 18.- pro Tag am Katzentisch ist ok..Der Schiffsausrüster verlangt für seine zollfreie Ware das Doppelte von dem, was es in Deutschland kostet, der Segelmacher auch, Gaststätten, Kneipen und Internetcafes haben auch doppelte Preise. St. Lucia ist was für Reiche.

Wir fahren die Ostküste weiter nach Süden, die Küste ist wilder, windiger – hier kommt der Passat an – aber schön. Das Wetter klart auf und im Süden, auf der hohen Halbinsel wird dann Flugplatz und der südlichste Leuchtturm fotografiert. Von Europa fliegt man über London hier her, man war ja vor 30 Jahren mal eine englische Kolonie, fährt, wenn man als Deutscher aufpasst, auch hauptsächlich auf der linken Straßenseite und hat einen Gouverneur von Elsbeths Gnaden. Was der überhaupt für Befugnisse hat, weiß ich nicht genau, ein schönes Haus, mit genug Rasen drum rum, in der Nähe von Castries, hat er jedenfalls.

Der schönste Teil der Insel ist im südwestlichen Teil. Ob Maria und Klaus, unser Schiffsnachbar, viel davon mitbekommen, wage ich zu bezweifeln, denn Klaus ist, so möchte ich das mal bezeichnen, sehr mitteilsam, hat ja auch die letzten Wochen niemanden zur Unterhaltung gehabt. Für Maria, die seit Peters Abflug wohl zu wenig Unterhaltung hatte, ein Lottogewinn. Sie reden und reden, franzosenmäßig, kann man das beschreiben. Klaus merkt es wohl selbst und spricht von Kassetten ins Ohr drücken, ich meine eher, da ist ein Kassetten- Zehnerwechsler im Gang. Die Pitons, Vulkankegel und Wahrzeichen von St. Lucia, dann heiße Schwefelquellen und Wasserfälle, Wasser, das aber nur ca.10m runter fällt, bringen mit dem Fotografieren kurze Redepausen. Die Fischmahlzeit in der Marigot Bay, vor Hedls Haus, eine etwas längere.

Abends sind wir wieder zu Haus, die Ohren erholen sich langsam, so ein Ausflug hat Ermüdungspotenzial.

Heute ist Arbeitstag, zuerst Einkaufen, weil der Mietwagen ja bis 10.00 noch verfügbar ist, die Sprayhood muss zum Segelmacher, weil die Plastikfenster vorn eingerissen sind, an Stelle der Sprayhood wird das Sonnensegel zum Regenschutz aufgespannt, die leere Gasflasche entrosten und zum Füllen bringen, Klaus will in seinen Masttop gezogen werden, weil da die Umlenkrolle für das Großsegel ausgetauscht werden muss, na ja , es läppert sich und der Tag ist schnell wieder alle. Abends möchte Klaus Skat spielen. Er ist von Haus aus Frankfurter, wohnt durch seine Tätigkeit bei einem Dienstleister jetzt in Oberbayern, wo sie ihm Schafskopf beigebracht haben. Skat hat er wohl bei seiner Segelei gelernt, wir bringen ihm, obgleich wir bestimmt schon 20 Jahre keinen Skat mehr gespielt haben, die Feinheiten von Bock und Ramsch bei. Seine Zahl hinter dem Minus ist nachher bedeutend, aber weil er ja den 5 Liter-Kanister Rotwein mitgebracht hat, kommt er einigermaßen ungeschoren wieder von Bord.

Anse la Raye

Anse la Raye

 

im Süden von St.Lucia

im Süden von St.Lucia

 

Piton, Wahrzeichen von St.Lucia

Piton, Wahrzeichen von St.Lucia

Reisegesellschaft in Sachen Schwefel

Reisegesellschaft in Sachen Schwefel

 

Schwefelquellen

Schwefelquellen

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar: