Archiv für 12.2009

Ushuaia, Feuerland 30.12.2009

Am ersten Tag allein hier am Ende der Welt, weiß ich nicht so recht, was ich anfangen soll. Das Wetter ist gut, also geh ich mal zum Aeroclub und frag nach einer Flugzeugcharter. Ich will mal sehen, wo die Delphin-Crew bleibt. Kein Problem sagen die netten Leute, aber weil hier nur spanisch am Funk gebabbelt wird und Chile gleich gegenüber ist, kommt ein Sicherheitspilot mit. Mir kann es nur recht sein und für 2 Personen genügt die zweisitzige Piper Tomahawk. Auch nach 100km ist im Westen nix von den Jungs und Mädels da an Bord zu sehen. Wir drehen um und genießen die Berge, die Pinguininsel, die Buchten und Port Wiliams auf der chilenischen Seite. Die Jungs vom Fliegerclub hier haben die militärische Landebahn, quer zum Verkehrsflugplatz, quasi für sich allein und fliegen das ganze Jahr. Am liebsten natürlich Rundflüge, was ordentlich Geld in die Kasse bringt.

Ushuaia Aeroclub

 

Flug in den Anden

  

Geschrieben von: Ernst am 31.12.2009

Ushuaia, Feuerland 29.12.2009

 

Gestern war, nach 4 schönen Tagen, der erste Tag mit mäßigem Wetter. Der Vormittag geht mit dem Bummeln durch die Hauptstraße, Maria braucht ja neue Schminksachen, samt Tasche und Portemonnaie,  die im Taxi verloren gingen, ich bekomm eine neue Treckinghose, am Nachmittag fahren wir zu einer Estancia, der südlichsten dieser Welt, sagen sie, 8000 Schafe groß. Die Farmen hier werden nicht nach Hektar, sondern nach Anzahl der Schafe gemessen. 40km auf Asphalt, dann 45km Sandpiste, beide Wege sind, wie überall hier, durchgängig mit einem Zaun abgetrennt. Die größten Kosten einer Farm entstehen durch Bau und Unterhalt der Zäune, sagt man. Von dieser Estancia Haberton dort geht eine Fähre zu der Pinguin-Insel.

die Ausläufer der Anden in Südfeuerland

 

Transport zur Pinguininsel

jede Menge Pinguine

 

Die Fähre ist offen, das Wetter nasskalt, Maria bleibt deshalb lieber auf der Estancia. Je 20min Hin-und Rückfahrt, sowie eine Stunde Aufenthalt dort auf der Insel mit viel Regen und Wind geben ihr Recht, die sonst so warme Fleecejacke hält diesen Herausforderungen nicht Stand, auch die Pinguine können nicht so richtig wärmen, ich komm völlig nass und durchgefroren wieder zurück. Bullerofen, Kaffee und Kuchen bemühen sich redlich, um mich wieder einigermaßen auf Vordermann zu bringen.

Geschrieben von: Ernst am 31.12.2009

Ushuaia, Feuerland 27.12.2009

Heute ist ein Ausflug nach Rio Grande, einer Hafenstadt ca.200 km nördlich von Ushuaia geplant. Aus meiner Sicht, die einzige Zwischenstation, die die Delphin-Crew auf ihrem Weg hierher anlaufen könnte. Wir haben immer noch keinen Kontakt mit ihnen. Der Weg dahin ist bis zu dem Lago Fagnano , dem längsten Binnensee der Welt, hat uns unser Hotelmanager mit auf den Weg gegeben, von grandioser Natur bestimmt. Ähnlich dem Yosemite-Park in Kalifornien mit der Sierra Nevada im November. Bewaldetes, teils schneebedecktes Gebirge mit größeren Seen, einfach tolle Natur, auch für uns, die wir nun doch nicht so sehr zu den großen Gebirgsenthusiasten zählen. Nördlich des Lago Fagnano beginnt allmählich die baum- und buscharme Pampa. Die durchgehenden Zäune links und rechts der Straße grenzen wohl die riesigen Weideflächen der Großgrundbesitzer ein. Wir haben Proviant mit, finden aber wegen der Zäune nicht so leicht ein richtiges Plätzchen für ein Picknick, dafür aber hübsche Lamafamilien am Straßenrand.

Lago Fagnano

 

Rio Grande enttäuscht auf ganzer Linie.  Außer einem Haufen unsinniger Ampeln gibt es von diesem Ort nichts zu berichten. Einen Hafen haben wir auch nicht gefunden. Jetzt wissen wir, warum uns unser Hotelmanager so verwundert angesehen hat, als wir ihm von unserem  Ziel erzählt haben.

Geschrieben von: Ernst am 28.12.2009

Ushuaia, Feuerland 26.12.2009

Am 26.12. haben wir jetzt Klarheit, Marias Tasche ist geklaut. Nachdem wir morgens den Mietwagen geholt haben, sind wir zur Taxizentrale am Hafen gefahren. Maria hat den Chef der Taxiorganisation an der Ehre gepackt, indem sie angedeutet hat, dass evtl . der Taxifahrer der Übeltäter ist, da er es so supereilig hatte, mit seinem Wegfahren.  Das hat für Aufregung gesorgt, mit mehreren Mann wurde jetzt der Strolch und Nestbeschmutzer gesucht. Mehrere Fahrer mit schwarzen Opel- oder Chevrolet-Taxis mussten antreten, nein sie waren es nicht. Der Oberaufseher und Taxieinteiler wurde herbeordert und wusste noch mehr Namen. Der Richtige wurde schließlich von seiner Freischicht abgeholt, aber die Tasche war nicht im Auto zu finden. Klar konnte er sich an uns erinnern, er wusste aber von keiner Tasche, auf der Rückfahrt vom Hotel jedoch hatte er zwei junge Burschen als Fahrgäste, die zuerst ein Ziel an der Stadtgrenze angaben, aber schon nach 3 Minuten, lange vor dem Ziel,  das Taxi wieder anhalten ließen und schnell verschwanden. Diese beiden Halunken haben sicherlich die Tasche geklaut. Dagegen war nichts vorzubringen und die Taxifahrerehre war damit notdürftig wieder hergestellt. Wir aber wussten jetzt  jedenfalls, dass die Tasche mit Bargeld, Ausweis, Führerschein und Kreditkarten auf die Verlustseite zu setzen war. Der Verlust der Schminkutensilien, die ebenfalls in der Tasche waren, hat Maria wahrscheinlich am meisten getroffen. Weil ja unsere Behörden für die Neuausstellung von Personalausweis und Führerschein was Schriftliches haben müssen, gingen die nächsten 3 Stunden für das polizeiliche Protokoll drauf. Keiner konnte Englisch dort auf der Polizeiwache, aber mit der Hilfe des Taxivereinigungschefs, kam dann doch irgendwann ein Schriftstück mit Stempel gegen eine quittierte Gebühr von umgerechnet  0.40 € zu Stande. Was drin steht, lässt sich Maria später von unseren Studenten übersetzen. Die Wartezeit hab ich mit dem Sperren der Kreditkarten ausgefüllt.

Geschrieben von: Ernst am 28.12.2009

Ushuaia 24.12.2009

9.Tag, 24.12.2009 :  Unser Flug nach Ushuaia, mit Zwischenstopp in Trelow soll ja erst um 16.30 los fliegen. Ausschlafen, spät frühstücken, e-mails, Bericht schreiben,  ins gesamt easy going wird abrupt von den Zimmermädchen unterbrochen. Sie wollen ihre Buden auf Vordermann bringen und wir stören! Jetzt wird die Kofferpackerei doch wieder hektisch, es dürfen ja bei Inlandsflügen nur pro Mann und Frau 15 Kg drin sein. Es wird also hin und her gepackt und mit dem Armgefühl gewogen. Was brauchen wir da unten in Feuerland und was kann hier bleiben? Ein großer Koffer kann im Hotel bleiben, bis Maria wieder ausreist. Wir haben eine Übernachtung für sie  im Voraus gebucht, und können den Koffer so lange hier stehen lassen.

Den Mietwagen am Flugplatz abgeben ist nicht einfach. Die, die da vor uns in der Schlange stehen, brauchen gut 40 Min, bis der Vertrag unterschriftsreif ist. Ob sie das Auto dann wirklich genommen haben, können wir nicht bestätigen, ich hab dem total genervten Avis-Typen die Papiere samt Autoschlüssel auf den Tisch des Hauses gelegt und Maria beim Koffergewichtsschummeln geholfen. Meiner  hatte dann doch 19 kg , statt der erlaubten 15 Kg . Wie die Kölner zu sagen pflegen, et hätt noch immer jott gejange.

Geschrieben von: Ernst am 25.12.2009

Buenos Aires 23.12.2009

8.Tag, 23.12.09 : Unsere Fähre nach Uruguay fährt um 08.00 vom neuen Hafen Buquebus los. Wegen des beschränkten Parkplatzangebotes dort gehen wir die 2 km zu Fuß dahin. Abmarsch um 06.30, weil das hübsche Mädchen vom Reisebüro gesagt hat, dass die Aus- und Einreiseformalitäten ca. eine Stunde in Anspruch nehmen würden. So ist es dann auch, eine gute halbe Stunde braucht es bis die argentinische Behörde uns ausreisen und die urugayische uns einreisen lässt. Nicht nur wir sind müde, fast alle Passagiere schlafen die Stunde, die der Katamaran für die 45 km nach Colonia in Paraguay braucht.

alle sind müde

In Colonia erwartet uns schon unsere Reiseführerin, die im Reisebüroset enthalten ist. Sie macht es uns und sich einfach, indem sie uns mit dem Reisebürobus in den Altstadtkern fährt und uns dort erst mal für 2 Stden in Freiheit entlässt.

 

Eigentlich wollten wir ja nach Montevideo, knapp 100 km weiter, aber mit Buenos Aires ist unser Großstadtbedarf erst mal gedeckt. Diese Kleinstadt ist übersichtlicher und außerdem ausgesprochen fotogen. Wir kennen ja nicht nur Buenos Aires in Argentinien, sondern auch etliche Kleinstädte. Diese Kleinstadt hier in Uruguay scheint uns wesentlich sauberer und aufgeräumter, nicht unbedingt reicher, aber irgendwie wohlhabener im Allgemeinen, sozial ausgeglichener vielleicht? Möglicherweise hat jeder mehr oder weniger Besitz und hält ihn in Ordnung?

Geschrieben von: Ernst am 25.12.2009