Endlich mal wieder auf See, wenn auch auf rauer See, aber das habe ich ja gewusst.
Zunächst geht es einigermaßen pünktlich in Ushuaia zur Prefektura Naval, das sind die argentinischen Matrosen und Offiziere, die auf ihr Meer aufpassen, wie die Schießhunde. Manchmal tun sie das auch, das Schießen, und legen sich dann wegen ein paar Schaafsinseln, wie den Falklandinseln, die ohne hin nur Subvention verschlingen, mit anderen ausländischen Matrosen und Offizieren an, die dafür auch nichts können.
Unser Offizier zum Ausklarieren ist eine vollschlanke Dame, eher voll als schlank, aber sehr nett und gründlich. Es dauert also und sie will uns alle sehen. Ist das hier eine Brautschau? Ehe dann Zoll, Gesundheitsamt, Hafenkapitän und sonstige Behörden ihren Haken unter wichtige Schriftstücke gemacht haben, ist es 15.00 und Zeit zum Auslaufen. Nach Porto Williams in Chile, auf der anderen Seite des Benagle-Kanals sind es 35 num. und dieser Dampfer ist kein arabischen Rennpferd, sondern eher belgisches Kaltblut aus. Na ja, wir sind ja nicht auf der Flucht.
Auf diesen 35 num. lern ich das Boot kennen, es muss oft ein- und ausgerefft werden, Bäume geriggt und ab geriggt, man lernt also schnell die paar Leinen kennen, die dazu nötig sind. Österreicher kommen mit weniger Leinen aus. Ich mach einiges auf unserem Schiff anders und bin deshalb bald der Besserwisserei bezichtigt. Björn und Thomas kennen das ja. Zur Entschädigung brate ich Steaks und Bratkartoffeln.
Um 20.36 sind alle Leinen in Porto Williams fest. Man liegt hier in wunderschöner Natur im Päckchen, festgemacht an einem halb versenktem kleinen, früher deutschen Frachter, der früher für die Versorgung des Marinestützpunktes gesorgt hat, gleich neben dem kleinen Flugplatz.
Auch hier sind Behörden freundlich gründlich. Die ersten Kontrollen werden auf unserem Steg, also den Planken des alten Frachters ausgeführt und diverse nicht unwichtige Papiere, die du nachher beim Verlassen des Landes wieder vorlegen musst, ausgefüllt. Die Routenplanung wollen sie sehr detailliert sehen, deshalb werden die Gespräche in den Büroräumen der Navy weitergeführt. Komplette Kontrolle ist angesagt, nutzt nur unserer Sicherheit, Recht haben sie. Auch beim Befahren ihrer Gewässer stehst du immer unter Funkaufsicht, wann bist du da, wann kommst du hier an, es ist ein wildes Gewässer und passieren tut auch ab und zu Ungeplantes, davon können diverse Wracks wohl einen Haufen Geschichten erzählen. Irgendwann ist der Papierkram erledigt und der dazu übliche Obolus entrichtet.
Der erste Eindruck von Chile ist Sauberkeit und Ordnung, ähnlich Uruguay. Der Unterschied zu Ushuaia, überhaupt zu ganz Argentinien, ist frappierend, die Ordnung gegen legere Unordnung mit dem zugehörigen Müll.


