Archiv für 16.01.2010
Caleta Del Bosque, Brazo Sudeste 14.01.2010
Gestern am 13.01. ist Hamburg, also Günter D und ich verdonnert, um 07.00 die Landleinen zu lösen, das Grundeisen aus dem Schlamm zu ziehen, Beiboot an Deck hieven und laschen und Kurs auf das nächste Ziel, den Garibaldi Fjord, zu nehmen. Der Rest der Mannschaft darf durchschlafen. Mit einem heißen Kaffee sind wir 30 Minuten später unterwegs. Zum Garibaldi sind es nur ca. 30 nm , so dass wir schon um 13.00 dort sind. Der Gletscher spuckt viel Treibeis aus, wir können trotzdem mit langsamer Fahrt nahe heran fahren.
Ein Versuch mit dem Dingi näher an den Gletscher oder näher an eine Seelöwenkolonie zu kommen, müssen wir wegen des dichten Eises aufgeben. Die Eisschollen sind teilweise so dick, dass Günter für ein Foto eine besteigt. Es ist ein schöner, sonniger Tag und wir können uns lange nicht von diesem Ort trennen, lassen das Segelboot einfach treiben, doch schon eine Stunde später ist das Boot völlig von den Eisschollen eingeschlossen.
Geschrieben von: Ernst am 16.01.2010
Im Fjord Seno Pio , Feuerland 12.01.2010
Klar, es gab abends am 10.01. noch Miesmuscheln. Günther A ( A für Austria, es gibt 2 Günthers hier an Bord ), schruppt 2 Stunden an den Muscheln, bevor sie reif für den Topf sind. Sie sind größer, als unsere, außen und innen. Schmecken tun sie ähnlich. Am nächsten Morgen, so um 07.00 rum, macht die Ankerkette Radau, so ein Aluminiumschiff ist hellhörig. Der Wind hat gedreht, der Anker hält nicht so richtig und wir liegen nur ca. 20 m von Land weg. Es hat also schnell gehen müssen. Beiboot klar machen, Landleine vom Baum abbinden, Motor starten ( die 30 Sek. Zum Vorglühen dauern eine Ewigkeit ), Anker aufholen und nix wie weg von Land. Die Abfahrt war eigentlich für 10.00 geplant, so können wir trödeln, teilweise sogar segelnd den Brazo Nordeste dahintreiben. Es ist wie winterliches Segeln auf einem Gebirgssee. Links und rechts hohe eisbedeckte Berge, unten dichte Wälder, für einen Segler ein ganz ungewohntes aber supertolles Revier, wenn bloß der heutige Nieselregen nicht wäre. Gestern noch im T-Shirt, frierst du heute im Faserpelz unter dem Ostfriesennerz. Wärmen tun uns meine ersten Eierpfannkuchenversuche. Die einen bekommen sie mit Wurst, Zwiebeln, Knoblauch und Käse, die anderen mit Marmelade. Beschwert hat sich keiner.
Geschrieben von: Ernst am 16.01.2010
Bahia Romanche, Feuerland 10.01.2010
Bei herrlichem Wetter fahren wir am 08.01. am Vormittag von Port Williams los. Teilweise können wir sogar segeln, aber so richtig kommt dieser Dampfer nicht in Schwung. Wenn man auf einer Wanderdüne sitzt, muss man halt Zeit mitbringen.
Die chilenische Marine, mit der wir die Biervorräte der Frachterbar gestern Abend vor schwere Nachschubaufgaben gestellt haben, ist zum Manöver ausgerückt und überholt uns mit heftigem Tuten. Die Köpfe, die die Jungs haben, werden sich nicht wesentlich von den unsrigen unterscheiden.
Geschrieben von: Ernst am 16.01.2010
Port Williams, Chile 07.01.2010
Am 06.01. so um 16.00 laufen wir dann, ordentlich ausgeschlafen, wieder aus dieser wunderschönen Bucht von Echappeebelle aus. Es ist ja nicht weit bis Port Williams. Der Wind kommt wie immer meistens von vorn, aber dies Schiff hat 2 starke Maschinen, für dieses Revier ideal. Um 19.45 sind wir wieder fest im Päckchen am alten Versorgungsfrachter.
Die frühere Messe dieses Frachters ist heute eine Bar und macht so um 22.00 herum auf. Wir haben ja was zu feiern und andere Schiffsbesatzungen wohl auch. Ich kann mich noch schwach an den Flughafenkontroller erinnern, auch noch an ein paar Bretonen, die mit ihrem 9 m langen Segelboot hier her gekommen sind. Die Landung auf dem Tisch, die der Flughafenkontroller zu späterer Stunde hingelegt hat, war nicht ganz gelungen. Das Fahrwerk war nicht ausgefahren. Eine harte Landung so zu sagen. Gott sei Dank war es ja auch für uns kein weiter Weg zum Bett.
Der heutige Tag fängt früh an. Der Innenlieger unseres Päckchens will um 07.00 raus, Richtung Kap Hoorn. Das bedeutet viele Manöver, Leinen lösen und holen, über Schiffe klettern usw. Dabei ist der gestrige Abend noch gar nicht so lange her. Irgendwie gelingt dennoch alles zu aller Zufriedenheit und man kann danach wieder ruhen.
Geschrieben von: Ernst am 16.01.2010





