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Archiv für die Kategorie 'Andrea'
La Gomera, am 20.07.07
Der Zubringerflug geht um 10.20 ab Gomera, wir haben bis dort fast eine Stunde Autofahrt mit dem 7-Sitzer Mietwagen, den wir gestern dafür geholt haben. Reise, reise heißt es deshalb um 07.30. Hoch ihr müden Leiber.
Nach Kaffee und belegten Brötchen kommt das Gepäck von Bord, die Wasserlinie ist gleich 20 cm höher, Abfahrt zur geplanten Zeit, Ankunft am Flugplatz zur geplanten Zeit, die an Bord vergessenen Flugtickets verzögern den Abflug nur minimal, die vergessenen Unterhosen und Turnschuhe haben mit dem Abflug überhaupt nichts zu tun, irgendwann sitzen sie im Flieger und ich bin plötzlich allein. Alles war nett und schön, aber man ist eben nie allein. Jetzt aber, ein Gefühl, als ob du aus einer Diskothek direkt in ein Kloster gehst.
Ich sitz im Auto und kann fahren wohin ich will. Kein: “ wann sind wir da, hier mag ich nicht sein, wann fahren wir endlich zurück, ich hab Hunger, etc.„ ich darf das Radio aufdrehen, die Klimaanlage so einstellen , wie ich will, in den Kurven mal so richtig Gas geben, dort anhalten, wo und wie lange ich will, stell dir mal Deutschland ohne Schilder vor, so ein Gefühl, ungefähr.
Geschrieben von: Ernst am 20.07.2007
La Gomera, am 19.07.07
Der letzte Tag für Maria und unsere Gäste. Mich treibt die defekte Logge aus der Koje. Wolfgang könnte ein Reserveteil von Fa. Eissing aus Emden mitbringen. Wieder Telefonate hin und her, die die allgemeine Bordruhe
stören.
Carlo möchte noch mal nach Santiago zum Fischessen in die nette Kneipe am Hafen. Das lässt sich nach dem Frühstück bewerkstelligen. Eine Stunde braucht der Volvo bei Windstille, um uns dahin zu schieben. Zwischendurch retten wir das Meer noch vor einer riesigen Plastikplane, die da so herrenlos drin rum schwimmt. Jetzt fristet sie ihr Dasein in der Mülltonne von Santiago.
Im Hafen bringt gerade der Fischer seinen Fisch an Land, ein Stück davon hätten wir gern gleich auf unserem Teller. Das lässt sich machen, nur noch schnell entschuppen und ausnehmen, in Folie und dann in den Backofen.
Das ist wirklich lecker, was da auf den Tisch kommt.
Schade, dass die Jugend auf Rinderfilet- und Pizza-Diät ist. Aber in dem Alter war wohl bei uns auch nicht unbedingt der Fisch das Hauptnahrungsmittel.
Das Schiff liegt ungünstig im Schwell an der Pier, deshalb drängt meine Unruhe zum Aufbruch.
Geschrieben von: Ernst am 19.07.2007
La Gomera, am 18.07.07
Nach dem Aufstehen geht es weiter mit Flüge umbuchen, neue Flüge buchen, Mietwagen abgeben, Mietwagen für die Flugplatztransporte neu bestellen, Liegeplatz ändern und verlängern, nebenbei Frühstück machen, Tagesplan ausarbeiten, etc.. Der Vormittag ist rum, als wir endlich die Landleinen los machen und per Boot für die Tagestour nach Playa Santiago aufbrechen. Wir sind hinter der Windlinie, da wo für Wind und Welle die Sicherung rausgedreht wurde. Nix mit segeln, nur der Volvo schiebt. Nach gut einer Stunde laufen wir in den Hafen von Santiago ein. Hier steht ein mächtiger Schwell, aber mit langen Land-Leinen geht es für eine Stunde. Es ist schön und ruhig hier in Santiago.
Haben wir da eventuell was vergessen ???
Schnell wird noch das Großsegel eingerollt, bevor wir endgültig aufbrechen, in die nette Hafenkneipe ziehen und uns zum Bier eine Kleinigkeit zum Essen bestellen. Wir hören von der Bedienung, einem jungen Gomeraner, der 5 Jahre in Berlin lebte, dass die Insel zum größten Teil schon im Besitz eines Norwegers ist, dem Fred Olsen, der auch die Fähren nach Teneriffa betreibt. Wenn wir hier was erwerben wollten, müssten wir mit Fred mal ein ernstes Wort reden.
Geschrieben von: Ernst am 18.07.2007
La Gomera, am 17.07.07
Kultur ist heute wieder Pflichtprogramm. Bei 6 Personen wird ein großes oder 2 kleine Autos benötigt. Kids lieben Spielzeug, deshalb muss Carlo den Jeep und ich darf einen Open-Air-Twingo auswählen. Mit denen geht es nach Frühstück und Morgentoilette los.
Die Insel ist ein Traum, nicht so üppig bewachsen wie Madeira, aber auch nicht so extrem öde wie die anderen Inseln. In der Mitte gibt es einen Nationalpark, aber auch außerhalb, ansehnliche Natur pur. Alle naslang wird die Natur mit Fotoapparat und Videokamera malträtiert, obgleich die Insel nicht sehr groß ist, dauert die Tour lange.
Das hat natürlich auch mit dem kleinen, feinen Hotel in Alajero zu tun, mit einem kleinen, feinen Restaurant dabei und frischem Fisch, dicken Steaks, etc.
Es kommt der Wunsch nach eigenen vier Wänden hier in der Gegend auf, mit rundem Swimmingpool und ähnlichem. Die Insel hat wirklich was und vielleicht mal ….??
Geschrieben von: Ernst am 17.07.2007
Von Teneriffa nach La Gomera, am 16.07.07
Welche Möglichkeiten wir für das Kulturbeiprogramm haben, ob wir bleiben oder wohin wir fahren, hängt von dem Gespräch mit dem Hafenmeister am Morgen ab. Der Hafenmeister ist eine dralle, kompetente Tenerifine. Sie erzählt Carlo und mir allerhand über die Inseln La Palma und Gomera. Aber sie versucht auch einen Mietwagen für Teneriffa zu bekommen. Sorry, wir haben heute Fiesta, irgendeine heilige Senora, die, die die Seeleute beschützt, wird heute gefeiert, kein Mietwagen. Also hören wir genauer hin, wie das mit den beiden anderen Inseln so ist. Bei La Palma, La Isla Bonita, wie sie sagt, verdreht sie immer die Augen, deshalb tendiere ich vom Gefühl her für La Palma. Von La Gomera weiß sie aber auch nur Gutes zu berichten, deshalb muss das ganze Kabinett über den weiteren Verlauf der Reise beschließen.
Die Vorbesprechungen finden bei Rührei, Toast und Milchkaffee in einer kleinen Kneipe am Hafen statt. Zurück an Bord werden Seekarten, Windsysteme, Wettervorhersagen, Häfen und Inselbeschreibungen mit einbezogen und irgendwann, als sich keiner mehr auskennt, die Entscheidung getroffen, nach La Gomera zu segeln. 12.45 heißt das Kommando „ klar vorn und achtern „ . Auf geht’s, Buam, auslaufen.
Geschrieben von: Ernst am 16.07.2007
Zwischenreise von Gran Canaria nach Teneriffa, am 15.07.07
Wir müssen früh raus, die Entfernung nach Teneriffa beträgt ca. 50 sm, geradeaus. Das klappt nie, weil der Kurs des Schiffes bei höheren Wellen rechts, links, hoch, runter geht. Also rechne immer mal so 10 bis 15 % dazu. Planungsgeschwindigkeit ist zwischen 5 und 6 kt. Reisezeit geplant also 10 bis 11 Stunden. Darüber hinaus müssen wir noch die Düse, die die normale Windgeschwindigkeit um 15 kt erhöht, in die Rechnung mit einbeziehen.
Man sieht schon, Seeleute müssen gute Mathematiker sein.
07.00 ist wecken, und nach einer halben Stunde passieren wir die Kapitanerie und sind wieder auf dem freien Meer.
Rasmus empfängt uns ein paar Meilen weiter draußen und ist offensichtlich mit dem äußeren Erscheinungsbild unserer Merry Mary nicht zufrieden.
Schmutzig, meint er und fängt direkt mit der Wäsche an. Erfolgreich, Schiff und Besatzung sind im Nu klitschnass. Was zuerst noch lustig ist, nervt bald darauf die neuen Schiffslüt.
Die Überfahrt ist mehr oder Weniger vergnüglich
Geschrieben von: Ernst am 15.07.2007
