Archiv für die Kategorie 'Carlos Jungs'

Reisetagebuch Leon

Eindrücke des Leon auf der Segeltour von Madeira nach Gran Canaria

Es waren gemischte Gefühle, die ich vor der Fahrt an Bord der Merry Mary im Hafen von Madeira verspürte.

Einerseits fühlte ich mich sicher und wohl auf dem Schiff, bedingt durch die wenigen aber noch gut präsenten Erfahrungen, die ich vor fünf Jahren an Bord der Merry Mary in Kroatien gemacht habe.

Andererseits hatte ich Respekt vor dem offenen und welligen Meer.

Im Hafen erfuhren wir, dass um die Kanarischen Inseln 4-5 Meter hohe Wellen zu erwarten sind. Diese Nachricht schockte mich als Laien nicht wirklich, da ich nicht wusste welche Gefühle dies an Bord hervorrufen wird.

Ich habe schon mal was von einer Seekrankheit gehört, diese jedoch nicht wirklich ernst genommen. Dies war ein Fehler, welcher mir einigen Stunden auf hoher See zum Verhängnis wurde. Durch diese fatale Unterschätzung veränderten sich alle Gefühle gegenüber richtigem Segeln auf offenem Meer im Gegensatz zum „Rumdümpeln“ um die Inseln von Kroatien.

Nach 30 Sekunden an Bord der Merry Mary bei 4 Meter hohen Wellen noch zu stehen, stellte sich mehr als schwierig heraus.

Geschrieben von: Ernst am 20.07.2007

Reisebericht Julian

2 Tage übern Atlantik

Es war bewölkt und das Wetter erinnerte an England als wir landeten. Als wir dem Kapitän den mitgebrachten Proviant präsentieren wird der vom ihm als „Schund“ abgetan. Also sind wir los um neues zu kaufen. Ein guter Start! J

Der nächste Schreck ließ dann auch nicht mehr sonderlich lange auf sich warten… Nachdem wir die Nacht im Hafen von Madeira verbracht hatten, machten wir uns auf den Weg. Gegen 10 am Morgen verschwand Ernst unter Deck um Minuten später mit drei Streichhölzern wieder aufzutauchen. Ich zog den kürzeren, Leon die Arschkarte ;) Ich hatte die Wache vom 04-08 und Leon die von 12-04.

Spätestens während der ersten Wache mit flauem Gefühl im Magen, fragt man sich dann, was zum Teufel man eigentlich auf einer Yacht inmitten des Atlantiks macht.

Auch während meiner ersten Nachtwache wurde ich nicht mit einer Antwort erleuchtet. Da lieg ich da in den nassen Sachen meiner beiden Vorgänger und dass ich die Stunden vor meiner Wache damit verbracht habe mich in meiner Koje herumzuwälzen macht’s auch nicht besser.

Geschrieben von: Ernst am 20.07.2007

Reisebericht Daniel

Alles nur eine Frage der Gewöhnung…

Noch voller Segellust am Anfang des Turns war spätestens nach der 1. Nachtwache der Zeitpunkt des Zweifelns erreicht.

Mit einem schlechten Gefühl in der Magengegend (woher mag das nur gekommen sein???), aber dennoch mit genügend Müdigkeit betankt versuchte man sich trotz der „leichten“ Turbolenzen im Bett zu halten, um in den verdienten Schlaf zu fallen.

Als dieses endlich gelang wurde man, so schien es, Minuten später bereits wieder zur nächsten Wache herangezogen. Das etwas sub-optimale Wetter sorgte dann auch noch dafür, dass, obwohl tagsüber abgehalten, auch diese zum größten Teil ohne Gesellschaft stattfand.

Es dauerte aber auch nicht all zu lang, bis sich eine gewisse Routine einstellte, welche sich auch beim Bauchgefühl bemerkbar machte und dafür sorgte die positiven Seiten des Turns in den Vordergrund zu rücken.

Sobald die Wellen nicht mehr so sehr auf den Magen schlugen, wusste man auch wieder, warum man sich vor dem Trip auf eine etwas rauere See gefreut hatte, wollte man doch schließlich einen Unterschied zur heimischen Luftmatratze spüren, um das richtige Abenteuergefühl aufkommen zu lassen.

Letzen Endes wusste man sich unter Ernsts schützender Hand stets in Sicherheit und hatte somit auch die Möglichkeit auf eine schöne Art und Weise ein wenig über die hohe Kunst des

Geschrieben von: Ernst am 20.07.2007

La Gomera, am 20.07.07

Der Zubringerflug geht um 10.20 ab Gomera, wir haben bis dort fast eine Stunde Autofahrt mit dem 7-Sitzer Mietwagen, den wir gestern dafür geholt haben. Reise, reise heißt es deshalb um 07.30. Hoch ihr müden Leiber.

Nach Kaffee und belegten Brötchen kommt das Gepäck von Bord, die Wasserlinie ist gleich 20 cm höher, Abfahrt zur geplanten Zeit, Ankunft am Flugplatz zur geplanten Zeit, die an Bord vergessenen Flugtickets verzögern den Abflug nur minimal, die vergessenen Unterhosen und Turnschuhe haben mit dem Abflug überhaupt nichts zu tun, irgendwann sitzen sie im Flieger und ich bin plötzlich allein. Alles war nett und schön, aber man ist eben nie allein. Jetzt aber, ein Gefühl, als ob du aus einer Diskothek direkt in ein Kloster gehst.

Ich sitz im Auto und kann fahren wohin ich will. Kein: “ wann sind wir da, hier mag ich nicht sein, wann fahren wir endlich zurück, ich hab Hunger, etc.„ ich darf das Radio aufdrehen, die Klimaanlage so einstellen , wie ich will, in den Kurven mal so richtig Gas geben, dort anhalten, wo und wie lange ich will, stell dir mal Deutschland ohne Schilder vor, so ein Gefühl, ungefähr.

Geschrieben von: Ernst am 20.07.2007

La Gomera, am 19.07.07

Der letzte Tag für Maria und unsere Gäste. Mich treibt die defekte Logge aus der Koje. Wolfgang könnte ein Reserveteil von Fa. Eissing aus Emden mitbringen. Wieder Telefonate hin und her, die die allgemeine Bordruhe

stören.

Carlo möchte noch mal nach Santiago zum Fischessen in die nette Kneipe am Hafen. Das lässt sich nach dem Frühstück bewerkstelligen. Eine Stunde braucht der Volvo bei Windstille, um uns dahin zu schieben. Zwischendurch retten wir das Meer noch vor einer riesigen Plastikplane, die da so herrenlos drin rum schwimmt. Jetzt fristet sie ihr Dasein in der Mülltonne von Santiago.

Im Hafen bringt gerade der Fischer seinen Fisch an Land, ein Stück davon hätten wir gern gleich auf unserem Teller. Das lässt sich machen, nur noch schnell entschuppen und ausnehmen, in Folie und dann in den Backofen.

Das ist wirklich lecker, was da auf den Tisch kommt.

Schade, dass die Jugend auf Rinderfilet- und Pizza-Diät ist. Aber in dem Alter war wohl bei uns auch nicht unbedingt der Fisch das Hauptnahrungsmittel.

Das Schiff liegt ungünstig im Schwell an der Pier, deshalb drängt meine Unruhe zum Aufbruch.

Geschrieben von: Ernst am 19.07.2007

La Gomera, am 18.07.07

Nach dem Aufstehen geht es weiter mit Flüge umbuchen, neue Flüge buchen, Mietwagen abgeben, Mietwagen für die Flugplatztransporte neu bestellen, Liegeplatz ändern und verlängern, nebenbei Frühstück machen, Tagesplan ausarbeiten, etc.. Der Vormittag ist rum, als wir endlich die Landleinen los machen und per Boot für die Tagestour nach Playa Santiago aufbrechen. Wir sind hinter der Windlinie, da wo für Wind und Welle die Sicherung rausgedreht wurde. Nix mit segeln, nur der Volvo schiebt. Nach gut einer Stunde laufen wir in den Hafen von Santiago ein. Hier steht ein mächtiger Schwell, aber mit langen Land-Leinen geht es für eine Stunde. Es ist schön und ruhig hier in Santiago.

Haben wir da eventuell was vergessen ???

Schnell wird noch das Großsegel eingerollt, bevor wir endgültig aufbrechen, in die nette Hafenkneipe ziehen und uns zum Bier eine Kleinigkeit zum Essen bestellen. Wir hören von der Bedienung, einem jungen Gomeraner, der 5 Jahre in Berlin lebte, dass die Insel zum größten Teil schon im Besitz eines Norwegers ist, dem Fred Olsen, der auch die Fähren nach Teneriffa betreibt. Wenn wir hier was erwerben wollten, müssten wir mit Fred mal ein ernstes Wort reden.

Geschrieben von: Ernst am 18.07.2007