Archiv für die Kategorie 'Jochen'

Freitag, den 27.12.02

Ende einer Dienstfahrt.

Uschi, Klaus-Peter und Maria kommen zur Ablösung, Fenja, Karin und Jochen ziehen ins Apartment, nehmen sich einen Mietwagen um zu baden, tauchen, die Insel zu besichtigen.

Am 30.12. ist ihr Urlaub
und ab heute unsere Berichte zu
E N D E

Vielen , vielen Dank, dass ihr dabei gewesen seid, für eure Unterstützung, für die vielen Besuche auf unserer Reiseberichtsseite, für die Kommentare und Grüße. Es hat euch – wie wir gesehen haben – sicherlich genauso viel Spaß gemacht wie uns.

Jetzt haben wir

F E R T I G .

Geschrieben von: Ernst am 27.12.2002

Donnerstag, den 26.12.02

Nach einer sehr ruhigen (viel Konversation war nicht angesagt) Tag- und Nachtfahrt kommen wir morgens in Fort de France- Martinique an.

Hier ist einer alle drei Behörden und nuschelt – auch sehr freundlich – in französisch. Er ist genauso wie mein Freund Guy stolz, dass er mein schlechtes Französisch versteht, haut uns seine Stempel ins Bordbuch und die übrigen Papiere und wir können in die Anse Mitan verholen.
Hier wir außen und innen klar Schiff gemacht, gebadet und das Ende des Urlaubs genossen.

Abends bekommen wir einen Platz in der Marina und haben hier die Möglichkeit, Segel zu flicken, Regler, Lichtmaschine, Polster, Spibaum, etc zu reparieren.

Geschrieben von: Ernst am 26.12.2002

Mittwoch, den 25.12.02

Um 09:30 Anker auf und zu unseren Beamten-Freunden im Tiefseehafen.
Der Hafen ist proppevoll mit diesen schwimmenden 20-stöckigen Kreidefelsen im Bügeleisenformat. Die Titanic würde sich in ihrem Seegrab umdrehen, wenn sie ihre unförmigen Nachfahren sehen müsste. Auch der Darwin würde sich wundern, was man mit seiner Theorie alles macht.
Wir sehen einfach woanders hin und versuchen schon mal mit viel Cola die Phonetik wieder auf Vordermann zu bringen.
Gott sei Dank sind die Behörden noch mit denen, zu denen wir nicht hinsehen, beschäftigt, so dass Zeit da ist, die für den Beamten – Smalltalk zuständigen grauen Zellen aus dem Tiefschlaf zu holen.

Um 11:30 dann klar vorn und achtern. Barbados, wenn der Kopfschmerz ein bisschen nachgelassen hat, es war nett bei Dir !!!

Geschrieben von: Ernst am 25.12.2002

Dienstag, Heilig Abend, den 24.12.02

Weihnachten – Pos. 13° 05,507′ N / 59° 36,844′ W – WIR sind DRÜBEN !!!

Hallo Ihr getreuen Verfolger unserer Reise,

der erste Landfall nach 22 Blauseetagen am Stück in Barbados zu Heilig Abend gibt uns die Gelegenheit, einmal über das “Warum” und “Wozu” dieser Reise nachzudenken. Jeder von uns vieren hat sich für sich auf seiner Wache einige Bemerkungen dafür notiert und wird seine persönlichen Beweggründe erläutern:

KARIN:

“Wenn Du das Glück nicht im Herzen trägst, dann wirst Du es hier nicht finden.”
Dieser Satz stammt von dem Kinderbuchautor Janosch, der auf Lanzarote lebt und er trifft auch auf unseren Atlantik-Törn zu. Ich habe sehr viel Glück empfunden auf unserer Reise und daraus ist Dankbarkeit entstanden:

Ich danke dem Ozean, Wind und Wetter, die uns vor Schlimmerem verschont haben und uns mit ihrer Urgewalt und Schönheit immer wieder auf’s neue beeindrucken konnten.
Ich danke der Merry-Mary für Ihre Zuverlässigkeit und Ihre Wohlfühlatmosphäre, in der vier Menschen auf kleinstem Raum gut miteinander leben konnten.


Und ich danke der Crew: dem Kapitän Ernst, der ohne Zögern und Zaudern jeder Unbill begegnet ist und nie Unsicherheit aufkommen ließ,
Jochen mit seiner unerschütterlichen Ruhe und Ausgeglichenheit,
Fenja, die mir eine liebste Freundin geworden ist

Geschrieben von: Ernst am 24.12.2002

Dienstag, Heilig Abend, den 24.12.02

Um 13:40 europäischer Zeit, d.h. 08:40 karibischer Zeitrechnung erhalten wir die Erlaubnis, in den Tiefwasserhafen von Bridgetown, Barbados einzulaufen. Die Sitten sind hier sehr streng (zeitaufwendig) aber auch sehr freundlich. Das englisch-karibische Negergenuschel von Zoll-, Immigration- und Gesundheitsbeamten ist zwar schwer zu verstehen, aber immer fröhlich und macht allen Seiten viel Spaß. Nach 2.5 Stunden haben wir es schriftlich. Wir dürfen Heilig Abend und wenn wir wollen auch länger, in Barbados an Land. Die beiden Mädchen nutzen das gleich aus und kaufen ne Flasche Rum und Cola für den Manöver-Schluck.

Wir bunkern Diesel im Fischereihafen bei ‘ner kohlrabenschwarzen Dieselmammi ( gimmi too bottles beer ), hören da unsere ersten – und einzigen – Weihnachtslieder und verholen dann in die Carlisle Bay. Die Yachties haben da vor einer Strandbar einen sicheren Beibootponton, von dem man zur Not auch zum Boot schwimmen kann. Aber dazu kommen wir später.

Für die 3030 sm (ca. 5400 km ) von Gran Canaria bis hier haben wir 21 Tage und 21 Stunden gebraucht, was für dieses Seegebiet sportlich gesehen ein eher schlechtes Ergebnis ist. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben wir die Reise sehr genossen.

Geschrieben von: Ernst am 24.12.2002

Montag, den 23.12.02

Pos.: 13°52,13′ N 056°45,44′ W

Wir hätten noch 234 sm bis zur Südost- Küste von Martinique, wenn nicht Barbados dazwischen läge (186 sm ). Also, wir haben uns entschlossen, das Heiligabend-Dinner an Land zu geniessen. Dafür werden wir ca. morgen Mittag ( Ortszeit hier ) in Barbados einklarieren, den Aussenbordsschmutz von Gibraltar abwaschen, essen gehen und am nächsten Morgen zeitig weiterfahren. Geplante Ankunft in Martinique morgens am 26. 2 Tage Rauschefahrt machen diese Planung möglich.
Bei einem 24-Stden Schnitt von knapp 8 kt bleibt der Speedo oft ne Zeit über bei 9,5 ja manchmal 10 kt stehen. Der Windpilot schafft es gerade, das Schiff vor dem Wind zu halten. Bei grösseren Wellen – so um die 4m rum - läuft er , wenn er in die Windabdeckung kommt, leicht aus dem Ruder und dann werden wir, im Wellental angekommen, tüchtig geschüttelt. So ne Art Rodeo.
Heute morgen brach auf Fenja’s Wache der Stb. Schotschäkel. Sie hat es mit den bösen Geistern. Nach 10 min war die Sache wieder im Griff und der Dampfer läuft wieder auf allen Töpfen. Ein paar Stunden später wird die Mann- und Weiberschaft mit 6 verschiedenen Broten – was man mit Brot alles machen kann ! – versöhnt und verwöhnt.Seht ihr, man muss nur mal mit der Faust auf den Tisch hauen.

Geschrieben von: Ernst am 23.12.2002