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Archiv für die Kategorie 'Peter'
Auf See, Freitag 06.02.2009
17°09,988`N ; 48°22,069`W noch 705 nm bis Barbados
Zählt man den Abreisetag dazu, sind wir jetzt 13 Tage auf See. Ein Freitag in Verbindung mit 13 bedeutet für Hein Seemann nie was Gutes, und so kam es dann auch. Jeden Abend, wenn die Sonne untergegangen ist, gibt es starke Bewölkung und der Wind brist auf, nicht so viel, dass gleich gerefft werden müsste, so ca. 25 kt etwa, aber an der Grenze eben. In dieser Bewölkung, sie hat wohl was mit der Abkühlung der heißen Luft am Tage zu tun, Kondensationsbewölkung eben, gibt es dann so schwarze Zellen. Junge, vor denen musst du den Kopf und die Segel einziehen. Da sind dann locker 35 bis 40 kt Wind drin und dafür sind dann die knapp 90 Quadratmeter da vorn zu viel, viel zu viel. Wer Surfs von 11.5 kt liebt, der lässt die Segel stehen, aber du musst mal die Geräusche um dich herum mitkriegen, bei dem nächsten schwarzen Trümmer reffst du bestimmt, und die kommen regelmäßig alle 20 min. Normalerweise bleibt die See moderat und der Spuk ist dann so um 24.00 vorbei.
Nicht so an unserem 13. Seetag. Peter sieht ab und zu auch 45 kt auf dem Windmesser, ich will eigentlich ins Bett, bin aber alle naslang oben, um bei den diversen Manövern zu helfen. Der Wind steht die ganze Nacht durch und die See ist
Geschrieben von: admin am 9.02.2009
Auf See, Donnerstag 05.02.2009
18° 07,365`N ; 045°44,238`W noch 863 nm bis Barbados
Gestern so um 16.00 knackten wir den letzten Tausender. Es ist genug auf das freie Kuba getrunken worden, nix mehr Cuba Libre, jetzt so nah an der Karibik beginnt die Prophylaxe gegen diverse Krankheiten. Die Medizin heißt Gin Tonic und ist vorsorglich gesehen gegen alles, in diesem Fall gegen den letzten Tausender, aber auch gegen Malaria und so was alles.
Ansonsten ist immer noch Rauschefahrt. Um Mitternacht haben wir wieder über 202 nm Tagesweg, ungefähr 360 km, da musst du auf dem Fahrrad tüchtig strampeln, wenn du das am Tag schaffen willst.
Am Morgen müssen wir die Segel auf die andere Seite bringen, nach 5 Tagen das erste größere Segelmanöver. In der Nacht hatte der Wind gedreht und der Dampfer war nicht auf Kurs zu halten. Peter schläft noch tief, aber er redet doch immer vom Sklavenschiff. Hoch Sklave, an die Schot. Nach 10 min steht die Genua ausgebaumt auf der Steuerbordseite und der Sklave und seine Freunde bekommen Frühstück. Donnerstag ist Seemanns Sonntag, Eier, diesmal Spiegeleier mit spanischem Bacon, müssen auf die Back.

Von den Transquadra-Regattisten ist nirgends was zu sehen.
Geschrieben von: admin am 5.02.2009
Auf See, Mittwoch 04.02.2009
18°37,775`N ; 042°41,666`W noch 1039 nm bis Barbados
Nach Kiria und Agidis nähert sich gestern den ganzen Tag über ein neues Segel von achtern. Am späten Nachmittag sind sie querab und freuen sich, mitten auf dem Atlantik jemanden zu treffen. Wir klönen ein bisschen über Funk und sie erzählen von der Regatta, ja hier sind schon Kiria und Agidis vorbeigekommen und im übrigen haben wir alle zusammen schon eine tolle Fete gehabt. Wie das, na klar, auf Madeira, nach dem ersten Teil eurer Regatta von St. Nazeire nach Madeira gab es im Anschluss big Party. Wir lagen mit unserem Boot zu der Zeit auch da und haben kräftig mitgemacht. Der Weißwein ging aus, kann ich mich erinnern. Na so ging der Smalltalk hin und her. Kommt doch ein bisschen näher, dann machen wir ein paar Fotos von euch. So kommt es, dass Peter ein paar wirklich aufregende Fotos vom Segelschiff Cotton macht. Fotoshooting auf 19°13`N ; 40° 10`W , wer hat das schon von seinem Boot, und was für Fotos!
Geschrieben von: admin am 4.02.2009
Auf See, Dienstag 03.02.2009
19°23,730`N ; 39°37.436`W noch 1221 nm bis Barbados
Es ist nicht viel los, bei uns. Die ersten Bücher werden heraus gekramt.
Ein Regattist hat sich wieder schwer getan beim Überholen. So viel schneller sind die nicht. Karin hat nachgesehen und geschrieben, dass die Transquadra am 24.01. in Madeira gestartet wurde. Rechnet man die Entfernung von Madeirea nach La Gomera mit ein, sind wir gut einen Tag vor ihnen gestartet. So wie die an uns vorbei ziehen, sind sie nicht viel schneller. Kommt schon hin.
Da wir gerade beim Rechnen sind, wir haben heute morgen um 04.00 die Hälfte der Strecke hinter uns, was dann später, als alle wach waren, den Rest der kanarischen Honig-Rum Flasche bedeutet hat. Nix mehr da, von diesem lebenswichtigen Elexir. Für Tagesreisen hat man ja seine Vorräte, aber zum Einkaufen für eine längere Reise musst du einen Seemann losschicken. Aber so haben sie sich wohl gedacht, Eulen oder Rum in die Karibik tragen, ….
Geschrieben von: admin am 3.02.2009
Auf See, Montag 02.02.2009
19° 55,488`N ; 036°47,859`W noch 1382 nm bis Barbados
Außer, dass es als Sonntagsessen gebratene Schweinshaxe mit Kartoffeln und gedünstetem Paprikagemüse gab, reichlich Hanne, ich muss das ja mit dem Essen immer schreiben, damit Hanne ihren Peter in guten Händen weiß, wir hier mit der Bedienung von Schot und Segeln nicht viel am Hut haben, immer gleicher Wind, herrlichst, gibt es doch noch was zu erzählen. Heute Nacht, auf Peters Wache so um 01.00, kommt ein rotes Licht langsam von hinten auf. Auf Marias Wache dann, so um 06.00 hat das Licht uns fast eingeholt und kommt auch seitlich näher. Ich ruf das rote Licht über Funk an. Er heißt Kiria oder so ähnlich und ist auch ein Segelboot. Wie groß er denn so sei, frag ich. 12 m, sagt er. Ich auch, sag ich und überlege, was wir hier alles falsch machen, dass er uns so überholt. Er nimmt den Frust ein bisschen weg, indem er erläutert, dass er sich auf einem Regattaboot befindet und gerade mit anderen 80 Regattaschiffen auf der Transquadra-Regatta von Madeira auf dem Weg nach La Martinique ist. Ich und auch der geneigte Leser kann sich vielleicht an meinen Bericht Madeira-Kanaren 2008 erinnern. Kurz bevor wir im August von Madeira wegfuhren, kam dieselbe Transquadra-Regatta in Madeira an. Es gab ein Riesenfest, zu dem auch wir eingeladen waren. Ich kann mich gut erinnern, weil der Weißwein ausging.
Geschrieben von: admin am 2.02.2009
Auf See, Sonntag 01.02.2009
20°27,722`N ; 034°02,880`W noch 1541 nm bis Barbados
Heute sind wir genau eine Woche unterwegs. Weil es bedeckt ist, steht die Sonne um 09.45 noch nicht hoch über der Saling, trotzdem muss die Rumbuddel wieder auf den Tisch. Echte 1000 nm sind wir da nämlich schon unserem Ziel näher gekommen. Die unechten 1000 Meilen durch das Wasser hatten wir ja gestern schon. Na, bei Etmalen immer so um 190 nm die letzten Tage, keine Kunst.
Der Seemann an sich verlangt am Sonntag sein Ei, Spiegelei wollen sie nicht, also gibt es pro Mann und Frau 2 gekochte Eier mit Maggi zum Frühstück.
Abends gibt es unter dem schwarzen Wolken immer wieder ein bisschen mehr Wind. Als die Winde um 22.00 dann über 35 kt erreichen, nehm ich von den knapp 90 m2 Segel da vorn ein paar weg und roll die Fock teilweise ein. Der Windpilot hat es leichter, das Schiff geigt nicht mehr so sehr, aber die Surfgeschwindigkeiten über 10 kt sind seltener. Nach 30 min lässt der Wind wieder um 5 kt nach, aber beim Herausdrehen der Fock löst sich deren Halsschäkel. Soll ich die beiden wecken, oder mach ich das eben selbst? Nee, ich weck sie. Wenn ich dann schon über Bord geh…. . Nach 5 min tun der Schäkel und ich wieder seinen Dienst, und die beiden liegen wieder da, wo sie um diese Zeit hingehören.
Geschrieben von: admin am 2.02.2009
