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Archiv für die Kategorie 'Walter'
Samstag, 10.6.06
Stavoren, Ijsselmeer nach ???
05.00 Reise, Reise. Duschen und Haare waschen – wer weiß, wann man wieder dazu kommt – um 05.30 bin ich aus der Box und verlasse den Buitenhaven von Stavoren. Stavoren ist ein kleiner, wirklich netter Ort, zu empfehlen, eine gute Adresse für Kanalfahrer und Binnenmeer-Segler. Auf dem Weg zur Schleuse, die Lorenzsluisen verbinden das Ijsselmeer mit dem Wattenmeer, wird das Schiff aufgeklart und die zu schlaffen Ober- und Unterwanten nachgespannt. In der Schleuse mach ich bei 3 netten Jungs von einem Charterboot fest. Ich brauch auf diese Weise beim Schleusen keine Vor- und Achterleine mit zu führen. Um 08.30 bin ich da durch und folge dem Tonnenstrich wie die Mädchen von St. Pauli an Texel vorbei in die Nordsee. Um 12.00 passier ich den Militärhafen von Den Helder und bin endlich frei vom Flachwasser.
Geschrieben von: Ernst am 10.06.2006
Freitag, 9.6.06
Stavoren, Ijsselmeer
Am Morgen wird alles klar gemacht zur Testfahrt. Alle Geräte und die Segel sollen überprüft, die Holepunkte der Traveller markiert werden. Es kommt eine Schadensmeldung nach der anderen. Die Taste des Bugstrahlruders ist verklemmt, es lässt sich nicht mehr bedienen, die Windanzeige gibt schon wieder ihren Geist auf, das Großsegel kann nicht ausgerollt werden. Es werden also nur die Fock und Genua ausgerollt, die Holepunkte der Traveller angezeichnet. Den Fehler in der Windanzeige finden wir bei 2 losen Verbindungskabeln, sie kann also auch kalibriert werden.
Geschrieben von: Ernst am 9.06.2006
Donnerstag, 8.6.06
Stavoren, Ijsselmeer
Walter und Marianne fahren nach dem Frühstück mit der Windanzeige nach Emden, Maria wäscht das Deck und ich mach den Spleiß der Endlosleine für die Großsegel-Reffanlage. Der halbfertige Spleiß sieht doch sehr gediegen aus, so ein bisschen nach Struwelpeters Frisur und lässt mich an mir selbst zweifeln. Ich fahr zur Technik und frag, ob es einen Seilmacher mit viel Spleißerfahrung gibt. Es gibt einen, aber der hat viel zu tun und will diese Woche auch für einen Extrabonus nicht kommen. Es hilft nichts, ich muss das Ding auch allein hinkriegen. Nach 2-3 Stunden bin ich fertig und der Spleiß auch. Es sieht alles nicht so schlecht aus und halten tut er auch. Na, geht doch.
Am späten Nachmittag kommen Marianne und Walter mit der reparierten Windanzeige zurück. Die Hauptplatine musste gewechselt werden, ein Garantiefall, kostenlos aber ärgerlich.
Die Tageserfolge werden mit einem Eimer Matjes, Kartoffeln und jeder Menge Wein gefeiert. Ohne Windanzeige ist Segeln nämlich blöde.
Geschrieben von: Ernst am 8.06.2006
Mittwoch, 7.6.06
Stavoren, Ijsselmeer
Frühstück muss sein, aber um 09.00 geht es mit der Arbeit weiter. Fock und Genua setzen, neue Fallen und Schoten klarieren, die ganze Elektrik am Mast ist an zu schließen, das laufende Gut ist zu sortieren, die neue Schiffslackierung muss gewaschen werden, die ganze Mannschaft hat den ganzen Tag gut zu tun.
Die Windanzeige will nicht das machen, wofür sie gebaut wurde. Der Service vom Lieferanten ist der Meinung, dass das Gerät zur Reparatur nach Emden muss. Emden ist nicht all zu weit weg, 250 Km etwa, Walter und Marianne wollen morgen hin fahren. Gut, dass wir sie dabei haben. Abends bekommen wir unseren Lohn in einem schottischen Restaurant mit über 300 Whisky- Sorten. Nach dem Essen haben wir 6 davon verkostet. Die Mahlzeiten werden ebenfalls alle mit Whisky zubereitet. Sehr lecker, kann ich euch sagen.
Zurück an Bord stellen wir fest, dass kein Whisky an Bord ist. Walter will morgen auf seinem Weg nach Emden für Abhilfe sorgen.
Geschrieben von: Ernst am 7.06.2006
Dienstag, 6.6.06
Stavoren, Ijsselmeer
Morgens geh ich gleich mal zur Technik rüber, der Mast muss jetzt mal endlich wieder in die Senkrechte ! Für 13.00 bekommen wir den Termin. Unser Rigg-Meister hat sich angemeldet und kommt um 11.00 . Er war hier in der Nähe segeln und hat uns seine Hilfe angeboten.Es geht tatsächlich um 13.00 los und um 15.00 steht der Mast gerade und verstagt an Deck. Ab dann beginnt die eigentliche Arbeit. Neue Fallen scheren, Baum anschlagen, Großsegel setzen und einrollen, Fallen austörnen, dazu muss natürlich jemand in den Mast, alle Toggels und Masteinführungen prüfen, Segel und Leinen an Deck schaffen, etc, etc.Um 20.00 sind wir groggy, fertig mit Jack und Büchs wie man so sagt, lassen Arbeit Arbeit sein und gehen ordentlich essen. Ein paar Bier dazu und das Sandmännchen kann kommen.
Geschrieben von: Ernst am 6.06.2006
Montag, 5.6.06
Emmerich Km 853 bis Stavoren im Ijsselmeer
06.15 wecken, wir haben heute einen langen Weg vor uns. 07.00 Leinen los in Emmerich und raus auf den Rhein, nach einigen Kilometern sind wir in Holland und biegen rechts in den Pannerdens-Kanal ein. Noch mal ein paar Kilometer weiter und wir sind auf der Ijssel. Dieser Fluss hat genau so viel Schwung wie die besagten Seemannsbräute von gestern, mal geht er nach Ost, dann nach West, nach Süden, nach Norden, die Hauptrichtung ist jedoch Nordwest, da wo der eisige Wind herkommt. Maria ist heute wieder Bootspeople, frierendes Personal so zu sagen, Marianne und Walter haben ihren freien Tag und dürfen Auto fahren. Wenn ich an die warme Autoheizung denke …..
Um 16.00 erreichen wir bei Rheinkilometer 1006, eigentlich ja Ijsselkilometer, das Ketelmeer, ein so genanntes Randmeer des Ijsselmeeres. Bis hier sind wir gut im Plan.
Leider gibt es auch für Binnenmeere Rasmusse, die Binnenmeer-Rasmusse. Dieser holländische Ijsselmeer –Rasmus hat von uns keinen Genever bekommen und pustet deshalb seinen Wind, manchmal auch Regen, genau gegen an. Es gibt eine spitze, steile Welle und der Steven schaufelt ne Menge Wasser an Deck. Wir können uns nicht wehren, wir müssen da durch. Gut, dass der Mast so gut verzurrt ist. Obgleich der Volvo jetzt zu Extra-Drehzahlen vergattert ist, geht es nur langsam voran. Es ändert sich nichts, als wir endlich die Ketelbrug durchfahren und in eigentlichen Ijsselmeer sind. Es hätte doch auch alles so schön sein können !!!
Geschrieben von: Ernst am 5.06.2006
