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Archiv für die Kategorie 'Atlantiküberquerung West nach Ost 05-2009'
Horta, Insel Faial Azoren am 27.05.2009
Wir sind angekommen !!!
Nach 3 Tagen Geschwaderfahrt und gegenseitigen Besuchen laufen SY Galeb und SY Merry Mary am 25.05. Punkt 11.00 Uhr gemeinsam in den Hafen von Horta ein. Wir werden natürlich schon erwartet, die Funkrunde von 9 Segeljachten steht an der Pier und klatscht Beifall. Der Hafen von Horta ist proppevoll, Galeb findet einen Platz neben einem aus der Funkrunde, wir legen uns zu einem Franzosen ins Päckchen. Wenn man denkt, dass so ein Mastbruch eigentlich unüblich ist, wird man hier eines Besseren belehrt. Galeb wird mit 3 anderen entmasteten Schiffen nach Europa motoren. Auch das Vorstag unseres Nachbarn ist fast gänzlich entdrahtet. Bei unserer letzten Atlantiküberquerung haben wir „ nur „ Wantenbrüche gesehen. Die Schiffe werden wohl immer filigraner.

Party
Es gibt natürlich eine große
Willkommensparty auf Galeb. Abends dann gemeinsames Essen in einer Gaststätte. Es ist eine fröhliche Runde, die sich da gefunden hat. Alle kennen sich nur über die Kurzwellengespräche, nicht persönlich und trotzdem passen alle auf Schlag wie uralte Bekannte zusammen.
Gegenseitige Hilfe, da wo man kann, ist selbstverständlich, Segler eben, einfach ein tolles Gefühl.
Geschrieben von: Ernst am 27.05.2009
Auf See , Montag 25.05.2009
Auf See , Montag 25.05.2009
Pos.: 38°42,120`N ; 030°34,378`W noch 94 sm bis Horta
Am Samstag gibt der Honda-Generator endgültig seinen Geist auf. Ich hab den Vergaser noch ein paar mal auseinander, die Düsen gereinigt, der tut seinen Dienst. Es muss etwas anderes sein, was ihn nicht so recht in Schwung kommen lässt. Auch Altersstarrsinn?? Ich kann es verstehen und verstau ihn in der Backskiste. Nun ist es vorbei mit dem Computer. Abends auf Kurzwelle hab ich Verbindung mit Wolfgang von der entmasteten SY Galeb. Er ist ca. 80 nm nordöstlich von uns. Ich hab so einen kleinen Konverter, sagt er, komm vorbei und hol ihn dir. Das ist doch ein Wort. Wir haben schönstes Segelwetter, so um die 6-9 kt Wind von achtern und 190 m2 Tuch da vorn vor dem Bug hängen. Bringt uns mit 5 kt dem Ziel entgegen. Es wird wohl noch dauern, bis wir ihn eingeholt haben. Jeden Tag begleiten uns Delphine, die Welle ist lang und nur einen Meter hoch, wir sind nun endgültig im Segelurlaub.

Jeden Morgen Besuch
Geschrieben von: Ernst am 25.05.2009
Auf See, Freitag der 22.05.2009
Auf See, Freitag der 22.05.2009
Pos.: 38°00,573`N ; 038°33,925`W noch 470 nm bis Horta.
Es gibt wieder was zu berichten,
wo wir jetzt gerade sind, ist Flaute. 3 kt Wind von Süd sind uns aber nach fast 2 Wochen Knüppelei hoch am Wind, immer auf Bb-Bug, sehr angenehm. Der Berufsschifffahrt sei Dank, brauchten wir keinen Diesel an die entmastete SY Galeb abzugeben und haben deshalb noch reichlich von diesem Dieselwind. Mit 2000 min-1 Motordrehzahl verbrauchen wir nicht viel und können zur Not doch noch abgeben. Es breitet sich schnell Kreuzfahrt-Feeling aus. Die Schiffsluken können mal zum Belüften aufstehen, die Geschirr- und Handtücher trochnen. Maria macht zum Vatertag Schweinshaxe mit Bohnen und Kartoffelgratin, zu dem der gute kanarische Weißwein aus dem Tetrapak zu € 0,99 der Liter bestens schmeckt, auch wenn man das nicht so recht glauben mag.
Geschrieben von: Ernst am 25.05.2009
Auf See , Donnerstag 21.05.2009
Auf See , Donnerstag 21.05.2009
Pos. : 37°53,862`N ; 041°15,882`W noch 600 nm bis Horta
Ab Dienstag schöne Segeltage und Nächte. Winde so um 15 bis 25 kt, so könnte es eigentlich weiter gehen, wenn der Wind nach Süd drehen würde. So kommt er aus ONO und wir fahren 2 Tage lang so um die 70° in die verkehrte Richtung, nach Norden fast. Es sind 2 schöne Tage und wir haben Spaß am Segeln, also hängen wir einfach noch einen Tag drann an unsere Seereise. Mit Vollzeug, also Genua, Fock und Groß können wir hoch am Wind ein bisschen nach Ost gut machen. Etwas anderes bleibt uns außer Motoren auch gar nicht übrig.

Mit Vollzeug , Genua, Fock und Gross hoch am Wind
Motoren müssen wir ab heute Nacht 03.00. Da reduziert sich der Wind auf 7 kt, wir machen nicht mehr so richtig Fahrt, der Windpilot weiß auch nicht mehr genau was er tun muss, Maria hat die Schnauze voll und tut ein paar Knoten Dieselwind dazu. Wir lassen Fock und Groß stehen und kommen so bis auf 20° unserem Sollkurs entgegen. Karin hat ja schon unsere Flüge gebucht.
Geschrieben von: Ernst am 21.05.2009
Auf See, Dienstag 19.05.2009
Auf See, Dienstag 19.05.2009
Pos. : 34°54,091`N : 043°31,136`W , noch 751 nm bis Horta
Abends am 15.05. hören wir in der Intermar-Funkrunde, dass SY. Galeb evtl. Diesel von einem Frachter bekommen soll. Die Verständigung ist sehr schlecht, also fahren wir erstmal so weiter, wir haben bis zum Havaristen jetzt nur noch ca.300 sm, also 500 km ungefähr. Am nächsten Morgen dann früh den Honda-Generator angeschmissen, ich brech mir dabei das Gelenk vom rechten kleinen Finger, um die Neuigkeiten per e-mail abzurufen. SY Galeb hat 500 l Diesel von einem Frachter bekommen und kann jetzt allein unter Motor nach Horta kommen. Wir können jetzt, leider für einen schönen Amwindkurs zu spät, nach Osten Richtung Horta abdrehen. Die Wellen sind hier 4-5 m hoch, kommen direkt von der Seite, so dass wir ganz hoch an den Wind gehen müssen. Eine mörderische Knüppelei. Schiet, hätte der Spritspender 2 Tage früher gespendet, na ja, hätte, hätte. Nach dem Rodeo den ganzen Tag über, kommt eine Nacht, die , wie Harald schon mal sagte, direkt wieder von der Festplatte gelöscht werden könnte. Die Gewitterfront hatte sich ja schon so um 19.00 gezeigt, aber so richtig los geht es um 21.00 bis morgens 06.00. Blitze, die hast du noch nicht gesehen, besonders die, die es bis zum Wasser schaffen. Die explodieren bombenmäßig, zersplittern, die Teile werden 100m hoch geschleudert und zerplatzen dann wie so eine Sylvesterrakete. Gott sei Dank, sind wir nicht so nah drann. Dann haben uns die Gewitter irgendwann eingekreist, Blitze sind überall, nur nicht mehr so spektakulär. Sie bringen Böen mit über 40 kt, aus ganz unterschiedlichen Richtungen und genau so machen es die ca. 4 m hohen Wellen auch. Wir haben Sturmfock und Try gesetzt, der Windpilot steuert je nach Windrichtung die Kompassrose ab. Soll er man, eine bestimmte Richtung einzuhalten ist zwecklos.
Geschrieben von: Ernst am 19.05.2009
Auf See, Samstag 16.05.2009
Auf See, Samstag 16.05.2009
Pos.: 30°52,587`N ; 049°38,761`W noch 400 sm zum Havaristen
Seit Gestern Mittag sind wir nun auf dem direkten Kurs zum Havaristen, und natürlich gleich in die schwarze Wand, die uns in der letzten Zeit im Norden begleitet hat, rein gefahren. Blitz und Donner, heftige Regenschauer gabs als Quittung. Die bekannten 180°-Windsprünge im Gewitter hat der Windpilot gleich zum Steuerkurs 200 gemacht. Na, solchen Sachen wird man als Samariter gleich mal ausgesetzt. Biste nett zu der Menscheit, kriegste gleich was mit dem Knüppel. Wenn Rasmus mal sein Spielzeug hat, will er sich das ja auch nicht gleich wieder abnehmen lassen. Du kannst ja noch 3 Tage spielen Rasmus, bis wir bei ihm sind. Ein Blick auf die Wetterkarte und das Routenwetter, das wir beim Deutschen Wetterdienst angefordert haben, zeigt uns, dass Rasmus auch mit uns spielen wird. Windstärken 6-7, in Böen 8 aus Ost, da wo wir dann hin wollen, Scheiße!!!
Die Mädels machen betretene Gesichter, auf der anderen Seite, eine Familie mit 3 kleinen Kindern, es wird schon werden.

after action satisfaction
Geschrieben von: Ernst am 16.05.2009
