Archiv für die Kategorie 'Karibik 03 bis 05-2009'

Rodney Bay Marina, St.Lucia Dienstag, 24.02.2009

Gestern noch einmal die große Rundfahrt mit dem Mietwagen. Wir fragen einen Deutschen, 2 Schiffe weiter, der allein unterwegs ist, ob er mitkommen möchte. Klar möchte er, ich hab nur noch meine Frühstücksbrötchen im Ofen. Ich weiß ja, dass Maria noch das passende Ausflugsoutfit sucht, na klar , sag ich, du hast noch jede Menge Zeit mit deinen Brötchen.

Das Wetter ist zunächst nicht wirklich gut. Rodney Bay liegt im Nordwesten der Insel, wir fahren also nach Süden, durch die Hauptstadt Castries durch, am Flugplatz vorbei, direkt neben dem Flugplatz ist der Zentralfriedhof – die Piloten werden höflichst gebeten, die Friedhofsruhe einzuhalten- und dann quer rüber zum östlichen Teil der Insel. Auch hier nirgendwo Zuckerrohr, dafür einige Bananenfelder, sonst Regenwald. Die Insel ist wirklich schön, auch die rauere Ostküste hat schöne Strände. Wie auf der ganzen Insel werden auch hier eingezäunte, noble Wohneinheiten hochgezogen, soll das für St. Lucia die Zukunft sein?

Die Lebensmittelpreise für Qualitätsprodukte in den Supermärkten sind wesentlich höher, als in Deutschland. Für Grundnahrungsmittel etwa gleich. Alles ist relativ teuer, Mietwagen ca. 3mal soviel wie in Spanien, Liegeplatzgebühr mit € 18.- pro Tag am Katzentisch ist ok..Der Schiffsausrüster verlangt für seine zollfreie Ware das Doppelte von dem, was es in Deutschland kostet, der Segelmacher auch, Gaststätten, Kneipen und Internetcafes haben auch doppelte Preise. St. Lucia ist was für Reiche.

Geschrieben von: admin am 26.02.2009

Rodney Bay Marina, St.Lucia Sonntag, 22.02.2009

Rentner sind undynamisch, ja fast träge, sie sind Ausdruck der Langsamkeit. Wir haben den Mietwagen, aber wir schaffen das Frühstück nicht vor 09.00. Der gemeine Rentner passt nicht so richtig in die Figur des Columbus, obgleich der das ja auch auf seiner 2.ten, 3.ten und 4.ten Fahrt ruhiger angehen ließ. Böse Zungen haben da von Mätressen auf La Gomera und all so was gehört. Die gibt es bei uns nicht, wir sind sozusagen von Haus aus träge. Wir legen den Gang erst um 10.00 ein, den Rest macht dann die Automatik. Die Fahrt geht in den Süden, zuerst nach Castries, der Hauptstadt von St. Lucia. 3 Kreuzfahrtschiffe und deren Inhalt verschandeln das Ursprüngliche, wenns denn überhaupt noch da ist. Es ist ja auch Feiertag, der 30.ste Jahrestag der Unabhängigkeit, was aber auch von den Eingeborenen nicht so recht wahrgenommen wird. Wir können uns nicht so recht ein Bild von der Stadt machen. Der Stadtkern wird, bis auf Kirchen und Bibliothek, von einfachen Holzhäusern dominiert, man bettelt oder versucht seinen Trödel am Arm dem Kreuzfahrttouristen unterzujubeln. Überhaupt, der ganze Norden ist übersiedelt und bis auf die paar stinkreichen, 700m2- Sozialwohnungen, nicht so besonders attraktiv. Das ändert sich, je weiter man in den Süden der Insel kommt. Einfache Holzhäuser und auch die größeren Villen passen hierher. Das Grün der Regenwälder ist überwältigend.

Geschrieben von: admin am 26.02.2009

Rodney Bay Marina, St.Lucia Samstag, 21.02.2009

Duschen war Gestern nicht mehr, wird also heute morgen nachgeholt, obgleich man ja unter der Salzkruste länger frisch bleibt. Ein Auto zu mieten ist da schon ungleich schwerer, weil Morgen Independence-Day ist und viele Besucher da sind. Nicht mehr so ganz jung, das Auto, das wir bekommen und hier und da einige Blessuren, was soll´s, wir wollen da nicht in die Spiegel sehen. Im Marina-Office registrieren und kassieren sie uns auch, der Segelmacher hat allerdings für unsere Sprayhood noch nicht so recht Zeit. Diensttag vielleicht, sagt er. Am frühen Nachmittag fahren wir mit dem Leihwagen in die Hügel der Nordost-Küste. Hier haben sich ein paar gut Betuchte neben dem Golfplatz ihre gediegenen 10 Ha Landsitze eingezäunt. Wohnfläche so um bescheidene 500-700 m2, es soll ja wohl auch Platz für Personal da sein. Einige Bauplätze sind noch zu haben, lesen wir.

Unten in der Ortschaft Gros Islet direkt an der nördlichen Rodney Bay das Kontrastprogramm. Zerfallene aber bewohnte Holzhäuser von der Größe der Pförtnerhäuser da oben, Rodney Bay Harlem könnte man sagen. Auf der anderen, der südlichen Seite der Bucht ist es gemischt, einfache Häuser, daneben die gehobene Klasse, auch das schwedische Konsulat, Supermärkte, Einkaufsmall Restaurants, Kneipen, abgeschlossene Apartment-Blöcke und ein Beiboot-Anlegersteg, sehr sympathisch. In einer der vielen Kneipen testen wir den Rumpunsch und befinden ihn für gut. Die 2. Marina haben wir immer noch nicht gefunden, dafür ein paar saftige Filetsteaks im Supermarkt, die dann im Licht der Säufersonne ein Glied in der genussmenschlichen Ernährungskette wurden.

Geschrieben von: admin am 23.02.2009

Rodney Bay Marina, St.Lucia Freitag, 20.02.2009

Wir sind zeitig auf, heute Morgen, für Urlauber jedenfalls. Maria holt Brot vom Bäcker, der Supermarkt hat nix zu verkaufen und zu, ich mach das Schiff seeklar und so machen wir um 09.15 die Leinen los und fahren wieder zur See.

Kein Damensegeln, wird von der einen oder anderen Dame an Bord zu Protokoll gegeben. Ich meine, wir konnten den Kurs hoch am Wind gut anlegen, das bringt natürlich bei 3 m- Wellen eine Menge Wasser an Deck und wenn man nicht aufpasst auch an den Mann, respektive die Frau. Bei den Wasser- und Lufttemperaturen ist man schnell wieder trocken, aber versalzen wie ein Stockfisch. Später muss sicherlich die Wäscherin noch mal ran. Zwischen Martinique und St. Lucia ist viel Verkehr, so viele Segelboote an einem Tag findest du einen ganzen Monat im Sommer nicht vor der spanischen Küste. Man ist zum Segeln hier, eindeutig.

Um 1530 runden wir die Halbinsel von Pigeon Island, Island war früher, bevor das ausgebackerte Erdreich die Insel zur Halbinsel machte und sind 16.00 fest an der Rodney Bay Marina zum Einklarieren. Wir sind hinten rum gefahren, weil der TO-Mann uns den Tipp mit der 2. Marina gegeben hat, die haben wir zwar bis jetzt noch nicht gefunden, aber wir wissen jetzt, dass, wenn unser Echolot null zeigt, kein Wasser mehr unter dem Kiel ist. Nun, der Boden scheint hier schlickig zu sein, wir sind jedenfalls leicht wieder dahin gekommen, wo das Echolot 0,1 gezeigt hat.

Geschrieben von: admin am 23.02.2009

Martinique, Marina du Pointe du Bout Donnerstag, 19.02.2009

Gestern hat der Skipper von SY Cotton angerufen. Er heißt Olivier und möchte gern die Fotos von seinem Schiff haben. Ihr könnt euch erinnern, SY Cotton hatten wir auf dem Atlantik getroffen und in Absprache Fotos gemacht. Sie sind zum Teil sehr gut gelungen und solche Fotos hätte ich auch gern von unserem Boot. Besagter Olivier will also mit seinem Boot her kommen und heute Nachmittag hier sein.

Gestern Nachmittag hat er seinen Freund Bernard zu uns geschickt, um evtl. Kopien auf einen Stick zu ziehen. Alle USB-Sticks, die Bernard anbringt, geben schon nach einigen Bildern auf, sie sind zu klein. Wir verschieben also unseren Ausflug nach St.Lucia auf den 20sten und warten auf besagten Olivier. Bernard ist 71 Jahre alt, hat sein 51 ft Boot auch hier in der Marina, lebt seit 15 Jahren hier und ist so eine Art Platzhirsch. Jedenfalls hat seine Bekanntschaft bei unseren Nachbarn Eindruck gemacht, sie reden jetzt jedenfalls ab und zu mit uns. Man hat es hier schwer, sagen Belgier vom übernächsten Boot, wenn man nicht Franzose ist.

Geschrieben von: admin am 23.02.2009

Martinique, Marina du Pointe du Bout Dienstag, 17.02.2009

Die spinnen die Gallier, die schwarzen Südwestkolonien sind im Aufstand. Sie streiken, weil die Preise den Gehältern davon laufen, der Teuro ist hier gerade angekommen. Und ALLE streiken, Mietwagen und Benzin ist aus, im Supermarkt streiten sich die Leute um ein paar restliche Apfelsafttüten. In Guadeloupe ist der Flugplatz schon geschlossen, weil die Flughafenangestellten nicht mehr kommen. Für Peter sind deshalb alle Warnleuchten auf dunkelrot. Er und Maria telefonieren wie die Wilden, um einen früheren Flug zu bekommen und sie schaffen es, er kann, wenn er es zum Flugplatz schafft, schon heute Nachmittag fliegen. Er packt seine Sachen, während Maria am Taxistand das letzte Taxi für 45 min belegt, und saust zum Flugplatz.

Ich versuche in der Zwischenzeit ein paar Fotos den Berichten zu zufügen. Französische Ordinateurs sind eine eigene Welt. So wie sie hier nicht Computer heißen, ist alles, aber auch alles anders geregelt und anders bezeichnet. Das Mädel, das hier das Sagen hat, ist mir wohl gesonnen, aber auch mit vereinten deutsch-französischen Kräften gelingt es uns nur teilweise, der französischen Computer-, Endschuldigung, Ordinateur-Welt zu Leibe zu rücken. Nach 2 Stunden hab ich einige Bilder mit Karstens und des martiniquanischen Fräuleins Hilfe übertragen können, aber das war es dann auch. Den Rest müssen dann wieder Wolfgang und seine Truppen machen.

Geschrieben von: admin am 18.02.2009