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Archiv für die Kategorie 'Madeira - Kanarische Inseln 2008'
25.08.2008
La Gomera, Hafen
Die Verse von Björn
begleiten unseren Törn,
wie man sieht können einfache Sachen
uns frischen Rentnern Freude machen.
Nicht Stress, Termine, Umsatzplage
versauern unsere Rentnertage.
Die Arbeit hier macht keine Sorgen,
das meiste verschieben wir sowieso auf morgen.
Das Liegen auf der faulen Haut,
die Arbeitsmoral voll versaut,
die Sonne tut sie bräunen,
davon könnt ihr im Norden nur träumen.
Schwer wird das Entscheiden,
soll´n wir gehen, oder woll´n wir bleiben?
Doch wen die Pflicht der Feier ruft,
sich bald ein Rückflugticket bucht.
Mit guten Freunden Wein zu trinken,
tut einen Seemann gern erquinken.
So aus dem Mastenwalde schallt:
Wir sehen uns bald !!
Geschrieben von: Ernst am 25.08.2008
20.08.2008
San Sebastian, La Gomera
Gestern morgen haben wir dann einklariert, Liegegebühr für 3 Monate bezahlt, Mietwagen für die Conquistation besorgt, gut gefrühstückt, geduscht, so zu sagen, den Weg zurück in die Zivilisation gefunden. Mit dem Weg rund um die Insel und in den Naturpark hatten wir dann wieder Wetterprobleme. Die Wolken hängen tief und die Obergrenzen sind zu hoch. Die schönen Aussichten sind im Nebel, oder sind es Wolken? Am höchsten Parkplatz des Nationalparks kann man zu Fuß noch höher. Ein echter Entdecker muss sich quälen können. 400 Höhenmeter gilt es zu bezwingen. Der Einsatz der Muskulatur von Oberschenkel und Wadenbeinen lohnt sich, mit den letzten 100 Höhenmetern kommen wir oben aus den Wolken raus und sehen die Berge von la Palma und Teneriffa. Ein grandioser Ausblick.
Die weiteren Inselbesichtigungen erfolgen heute nach den Standard-Ritualen in den Hygiene-Räumen.Keine Wolke am Himmel, jeder Aussichtspunkt verschlingt Speicherplatz für Video und Kamera. Die bizarren Bergformationen begeistern immer wieder.
Das ganze wird getoppt durch den Besuch einer Kochschule, direkt am Felshang hoch über Valle Gran Rey. Ein tolles Essen mit einem tollen Ausblick. Absolutes Highlight, aber so viel, dass das warme Abendessen durch Marias leichten Tomatensalat ersetzt wird.
Geschrieben von: Ernst am 20.08.2008
18.08.2008
Auf See von La Palma nach La Gomera
Mit dem Frühstück beginnt der Tag zunächst wie immer gut. Vor der Seefahrt wird noch einmal geduscht, sonstiger Ballast abgeworfen, die moderate Rechnung des Liegeplatzes bezahlt, Müll entsorgt, die Mietwagenrechnung bezahlt, all so was eben. Das Arbeitsboot werkelt schon wieder im Hafen und hat sein Spinnennetz gezogen. 2 seiner Netzfäden müssen zu Wasser, dann sind wir draußen im Vorhafen. Fender einholen, Segel setzen, alle Leinen aufschießen und verstauen, kein Problem für ein eingespieltes Team. Peter bekommt den Kurs angesagt und muss steuern. Das wilde Geschaukel da im Hafen von La Palma hat ihm Seebeine wachsen lassen. Wir machen gute Fahrt, immer so um 7kt rum, bis um 15.00 mit kräftigem Knall einer von zwei Pütting-Bolzen des Bb-Achterwants bricht. Erstmal Fahrt aus dem Gerät, dann die Wantenbelastung durch weniger Segel reduzieren, das Want mit zusätzlichen Leinen, den Mast mit einem Reservefall sichern. Mit den 20-25 kt Wind kein besonderes Problem, aber wir erwarten zwischen Teneriffa und La Gomera Starkwind mit über 45 kt.
Frei nach dem 2. Rheinischen Grundgesetz, es hett noch immer jutt jonge, sind wir dann kurz vor 20.00 an der Bunkerpier von La Gomera fest. Der Marinero beschwert sich, dass wir ihn nicht angefunkt haben. Sprichst du englisch, frag ich ihn, no, espaniol, siehst du, sag ich, wozu? Si, sagt er. Man versteht sich.
Geschrieben von: Ernst am 18.08.2008
17.08.2008
Santa Cruz, La Palma
Der letzte Tag mit Mietwagen und der Nordosten fehlt uns noch. Allerdings ist der Drang nach Entdeckung nicht mehr ungezügelt. Zu viel Kultur auf einmal macht nicht nur die Füße müde. Da oben im Nordosten gibt es wieder viele Bananen, die noch nicht so reifen haben dekorative Blütensäcke unten dran hängen, sieht so ein bisschen nach Stier aus, finde ich.
Einen schönen Ort, mit noch schönerem Kirchplatz finden wir auf dem Weg. San Andres heißt er, falls ihr mal her kommt. An Kirchplätzen gibt es immer Kneipen. Eine hier am Kirchenplatz von San Andres hilft, den Flüssigkeitshaushalt im Körper wieder auf normales Niveau anzuheben. Gläser im Oktoberfestformat hätten das Schuhwerk der Bedienung geschont. Die Verdunstungsrate ist in diesen Breiten erheblich.
Der Norden gibt nicht mehr viel her, die Wolken hängen hier wieder tief, das Bier macht müde, das Schwimmbad vom Clube lockt, wir erklären also hiermit die Conquista von Palma für beendet.
Der Bademeister vom Clube verlangt Schwimmgebühren im Wert von 4 Gin-Tonic pro Person, Duschen muss jetzt reichen.
Balkone von Santa Cruz zu fotografieren ist für Peter und mich Vorwand genug, die eingesparten Gin-Tonics zu realisieren.
Geschrieben von: Ernst am 17.08.2008
16.08.2008
Santa Cruz, La Palma
Die Schöne hat sich heute schön gemacht, auch in Santa Cruz. Keine Wolke stört die UV-Strahlung. Das Schiffsparlament hat getagt, also die einfachen Abgeordneten, kein Minister. Die Würfel sind gefallen, alea iacta sunt, wie Caesars Senatoren zu sagen pflegten. Die Insel Hierro bleibt auf der Strecke, wird nicht angelaufen, der direkte Kurs nach La Gomera abgesteckt. Karin und Peter haben dadurch je einen Tag mehr Zeit für diese beiden Inseln, Maria und ich können, wenn die beiden weg sind, allein nach Hierro fahren. Alles Frührentner hier an Bord, Genussmenschen so zu sagen.
Die Entscheidung ist richtig, La Palma braucht ihre Zeit. Wir nehmen heute deshalb in aller Ruhe Kurs nach Süd, der feurige Süden so zu sagen, mit seinen vielen Vulkankratern. 1948 und 1971 war hier das letzte Mal Feuerwerk, 38 und 25 Tage lang. Es hat viel Asche und breite Lavaströme gegeben, wird uns in einem Film vorgetragen, aber zu Schaden ist keiner gekommen. Im Gegenteil, der Lavaboden wird kultiviert und eignet sich bestens für den Anbau von Bananen und Wein. Der Weinstock hat hier bis zu 8m lange Reben, die am Boden gehalten werden. Malvasia-Trauben, ursprünglich aus Griechenland, wie auch andere alte Traubensorten werden heute noch hauptsächlich angebaut. Die Reblaus, die viele Traubenarten in Europa ausgerottet hat, ist hier nie angekommen. Wir hatten Gestern und Vorgestern ein paar Flaschen von diesem fruchtig trocken, leckerem Zeug in der 3-Sterne-Kneipe. Das poröse Gestein hält die Feuchtigkeit länger und das Laub schützt die Trauben vor zu viel UV. Wir sind nicht zum Spaß hier, Kultursommer so zu sagen, das merkt ihr sicherlich schon.
Geschrieben von: Ernst am 16.08.2008
15.08.2008
Santa Cruz, La Palma
Während Maria und ich gestern Abend Schlaf nachgeholt haben, war die Mannschaft in Sachen Mietwagen, Rundfahrrouten, Touristeninformation, Restaurants und was es sonst noch wichtiges gab erfolgreich. Das Restaurant wurde gleich mal ausprobiert, drei Sterne hat es nach dem Essen gegeben. Dann aber kam das Sandmännchen mit Macht, es hatte ja auch die letzten 2 Tage nicht viel zu tun.
Weil das Klo des Clube Nautico am nächsten Morgen noch geschlossen war, wurde der Kaffee in der Bar mit Klo gegenüber getrunken. Dann um 09.00 stand der Mietwagen an der Pier.
La Bonita ist, was das Wetter in Santa Cruz betrifft, ein bisschen zickig. Schwül ist sie heute, hält sich bedeckt. Wir haben ja den Mietwagen. Mal sehen wie sie oben herum aussieht. Auf der LP4 geht es in die Berge, Durch dichten Regenwald zuerst, dann so ab 1200m ist man über den Wolken und genießt ein herrliches Panorama. Von ganz oben, da wo es keine Bäume mehr gibt, aber jede Menge Sternwarten, so auf 2400m etwa, kannst du dann auch Teneriffa und La Gomera sehen. Super, Bonita eben. Zur Nordküste hin, kommen wir nicht aus den Wolken raus, Sichten so um 20m rum. Bonita hat, wie manch hübsche Mädels eben, ganz unterschiedliche Seiten. Wir versuchen unser Glück weiter an der Nordwestküste, nach Süden hin. Herrliche, schroffe Steilküste, bis es uns dann so etwa in der Mitte der Westküste zu dem sonnigsten Teil der Insel führt. Jede Menge Bananenplantagen und in dem Ort Tazacorte die neu gebaute Marina. Der ganze Ort schein neu angelegt, nicht gewachsen. Hübsch, aber nicht so natürlich erscheint er uns. Party auf der Nordseite und Messe auf der Südseite ist zu viel Rummel, also wieder hoch in die Berge.
Geschrieben von: Ernst am 15.08.2008
